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Der Moriarty-Briefwechsel

Fan Fiction 12+ 11 chapters15,471 words ~78 min read 🤖 AI-generated
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About this Story

London, im Frühjahr 1894. Sherlock Holmes ist kaum aus seinen sogenannten drei Jahren der Abwesenheit in die Baker Street zurückgekehrt, als die ersten Umschläge eintreffen – ohne Poststempel, in einer Handschrift, die Dr. Watson nicht zuzuordnen vermag, versehen mit einem einzigen Buchstaben: M. Jeder Brief schildert ein Verbrechen, das noch nicht geschehen ist, und jedes Verbrechen läßt sich durch die Vorwarnung verhüten. Unterzeichnet scheint die Reihe von einem Mann, den Holmes und Watson mit eigenen Augen in die Reichenbachschlucht hinabstürzen sahen. Während der Meisterdetektiv, ungewohnt darin, Hilfe zu empfangen, mit einer Verbitterung kämpft, die Watson an ihm noch nicht kannte, führt die Spur durch die Droschkenstände der City, einen Club in Pall Mall, eine stille Witwenwohnung in Chelsea und schließlich bis in das Arbeitszimmer eines Professors, das seit dem Mai 1891 unberührt geblieben ist. Ein literarischer Pastiche im Register der wilhelminischen Übersetzungstradition.

Chapter

Ein Umschlag Ohne Poststempel

Es wird dem geneigten Leser meiner früheren Aufzeichnungen nicht entgangen sein, daß ich die Rückkehr meines Freundes aus jenen drei Jahren, die er, wie er selbst sagte, in den Zwischenräumen der bewohnten Welt verbracht hatte, an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Ich darf daher voraussetzen, daß man um die Umstände weiß, unter denen ich ihn im Frühjahr des Jahres 1894 in einem Londoner Antiquariat wiederfand, und ich bitte, die Einzelheiten jenes Wiedersehens nicht noch einmal von mir zu verlangen. Was ich hier berichten möchte, fällt in die Wochen, die auf jene Rückkehr folgten, und es betrifft einen Fall, der meinen Freund, wie ich glaube, tiefer bewegt hat, als er einem lebenden Menschen je einzugestehen bereit gewesen wäre, mich selbst nicht ausgenommen.

Wir hatten die Räume in der Baker Street wieder bezogen. Frau Hudson, unsere unvergleichliche Hauswirtin, hatte die Teppiche klopfen und die Fenster putzen lassen; sie trug uns am Morgen die Post zu, als sei nichts gewesen, und nur das beinahe ängstliche Schweigen, mit dem sie Holmes' Frühstückstablett jeden Tag vor ihn hinstellte, als könnte er sich jederzeit wieder in Luft auflösen, verriet, daß auch sie das vergangene Jahrzehnt länger empfunden hatte, als der Kalender es zugestand. Holmes selbst war in dieser ersten Woche von einer Ruhe, die mich beunruhigte. Er las die Zeitungen vollständig, vom Leitartikel biszum Schiffsverzeichnis, rauchte sparsam und gab zwei Auskünfte an Beamte von Scotland Yard, die bei uns in Plusfours vorsprachen, ohne daß es zu jener elektrischen Spannung gekommen wäre, die ich von ihm kannte und an der ich meinen Freund seit Jahren maß wie andere Leute das Barometer am Frühstückszimmer.

Am Morgen des siebenten April – ich erinnere mich an das Datum, weil die Zeitungen noch immer mit der Nachricht von dem in Hampstead aufgefundenen Maurergesellen gefüllt waren, den einige Kollegen ohne überzeugende Gründe für ein Opfer der Bande aus der Hafengegend halten wollten – brachte uns Frau Hudson den Brief. Er lag auf dem Silbertablett zwischen zwei Rechnungen des Weinhändlers und einem grau umrandeten Schreiben der Witwe eines gewissen Hauptmanns, den Holmes vor sieben Jahren in einer Nachlaßsache beraten hatte. Der Brief war ein gewöhnlicher cremefarbener Umschlag von mittlerer Qualität, wie ihn jeder Schreibwarenhändler am Strand zu Dutzenden führt, und trug in einer sehr feinen, ein wenig steil geführten Handschrift die Aufschrift: An Herrn Sherlock Holmes, Baker Street 221 B, zu eigenen Händen.

„Die Dame, die diesen Brief zuletzt in Händen gehalten hat, Holmes," sagte ich, als er mir den Umschlag gereicht hatte, „schreibt, wenn mich nicht alles täuscht, eine außerordentlich saubere Hand."

„Wenn es denn eine Dame war, mein Freund," erwiderte Holmes, ohne aufzublicken. Er hatte den Brief bereits geöffnet und zwei Bogen in Oktavformat herausgezogen. „Betrachten Sie die Aufschrift noch einmal. Die Querstriche des t sind dünn, fast tastend; die Bogen der Minuskeln hingegen fest und in gleichmäßigem Druck. Wir haben es mit jemandem zu tun, der sich die Buchstaben einer Frauenhand angewöhnt hat, ohne eine weibliche Hand zu besitzen – oder umgekehrt, mit

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Chapters

  1. 1 Ein Umschlag Ohne Poststempel
  2. 2 Die Absenderadresse Die Nicht Existiert
  3. 3 Beratung In Zimmern Die Er Nie Betrat
  4. 4 Frau Hudson Und Der Bote
  5. 5 Im Reform Club
  6. 6 Der Zweite Brief
  7. 7 Eine Witwe Die Keine Ist
  8. 8 Treffen An Der Boerse
  9. 9 Der Professor Zu Hause
  10. 10 Was Die Briefe Mich Lehrten
  11. 11 Die Korrespondenz Geht Weiter

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