Ein Umschlag Ohne Poststempel
Es wird dem geneigten Leser meiner früheren Aufzeichnungen nicht entgangen sein, daß ich die Rückkehr meines Freundes aus jenen drei Jahren, die er, wie er selbst sagte, in den Zwischenräumen der bewohnten Welt verbracht hatte, an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Ich darf daher voraussetzen, daß man um die Umstände weiß, unter denen ich ihn im Frühjahr des Jahres 1894 in einem Londoner Antiquariat wiederfand, und ich bitte, die Einzelheiten jenes Wiedersehens nicht noch einmal von mir zu verlangen. Was ich hier berichten möchte, fällt in die Wochen, die auf jene Rückkehr folgten, und es betrifft einen Fall, der meinen Freund, wie ich glaube, tiefer bewegt hat, als er einem lebenden Menschen je einzugestehen bereit gewesen wäre, mich selbst nicht ausgenommen.
Wir hatten die Räume in der Baker Street wieder bezogen. Frau Hudson, unsere unvergleichliche Hauswirtin, hatte die Teppiche klopfen und die Fenster putzen lassen; sie trug uns am Morgen die Post zu, als sei nichts gewesen, und nur das beinahe ängstliche Schweigen, mit dem sie Holmes' Frühstückstablett jeden Tag vor ihn hinstellte, als könnte er sich jederzeit wieder in Luft auflösen, verriet, daß auch sie das vergangene Jahrzehnt länger empfunden hatte, als der Kalender es zugestand. Holmes selbst war in dieser ersten Woche von einer Ruhe, die mich beunruhigte. Er las die Zeitungen vollständig, vom Leitartikel bis