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Das Versprechen des Schmerzes

Dark Fantasy ab 12 Jahren 1 Kapitel4.668 Wörter ~24 Min. Lesezeit
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Über diese Geschichte

Das Ende Draculas war erst der Anfang. Am 28. März 2027 zerbarst der Fürst der Vampire in einem Strahlen aus weißem Licht – und hinterließ seinen Kindern ein düsteres Rätsel: Innerhalb von fünf Jahren sollten sie sein Vermächtnis finden, oder dem Untergang anheimfallen. Fünfzig Auserwählte machten sich auf die Suche – und einer allein kehrte zurück. Franz von Hartmann, der jüngste unter ihnen, überlebte als Einziger und brachte nicht nur Draculas Vermächtnis zurück, sondern eine noch ältere, weit gefährlichere Wahrheit: die Offenbarung des Nosferatu, des Vaters des Schmerzes, Schöpfers aller Vampire. Was als Ratsversammlung der Kinder der Nacht begann, endete in einem apokalyptischen Bekenntnis – und in der Geburt eines neuen Hohepriesters, der das Zeitalter der Dunkelheit einläutet. Budapest, Silvesternacht 2031: Der Rat der Vampire löst sich auf. An seine Stelle tritt der Kult des Schmerzes – und mit ihm eine Zukunft voller Blut, Pein und endloser Nacht.

Kapitel

Kapitel 1

Protokoll des Treffens der Nachtschwärmer am 31. Dezember 2031, Budapest, Hotel Hilton

Nach der Begrüßung der Ratsmitglieder und Eröffnung der Sitzung pünktlich um 22:22 Uhr durch unsere verehrte Ratsvorsitzende und Präsidentin Mircalla von Karnstein berichtete der Geheime Gesandte Franz von Hartmann, dass und wie er die Aufgabe erfüllt hat, die der Rat ihm und anderen Auserwählten vor knapp fünf Jahren gestellt hatte. Er ist der letzte von ihnen, der einzige der Fünfzig, der nicht den endgültigen Tod erleiden musste. Doch das genügt, um unser gesamtes Weltbild zu erschüttern. Ich will aber versuchen, trotz der bei mir immer noch nachklingenden Erregung diese Niederschrift im gewohnten trocken-seriösen Stil zu gestalten, wie unser neuer Meister es mir aufgetragen hat.

Von Hartmann begann mit einer Zusammenfassung seiner Aufgabe und Erlebnisse der letzten Jahre, insbesondere für jene unter uns, die damals noch nicht dem Rat angehörten. Ich übernehme seinen Bericht in Teilen wörtlich:

»Verehrte Ratsmitglieder,

ich muss wohl niemanden von Ihnen erinnern an den Schock, den der endgültige Tod unseres aller Meister Dracula vor fast fünf Jahren ausgelöst hat. Der 28. März 2027 wird immer als einer der wichtigsten Tage in der Geschichte unserer Spezies in unser aller Gedächtnis bleiben. Auch ich erinnere mich, wie wohl die meisten von uns, noch sehr genau daran, was ich getan habeund wo ich war, als ich von dem denkwürdigen Ereignis erfuhr, vor allem aber daran, was es für mich für einen Schock und eine Ehre bedeutete, von unserer verehrten Präsidentin, damals Stellvertreterin des Meisters, mit den anderen neunundvierzig Auserwählten mit der Aufgabe betraut zu werden, Draculas Testament zu finden und zu erfüllen. Uns ist nicht nur das gelungen, sondern wir haben sogar viel mehr gefunden: Auf diesem Tisch, verborgen unter den schwarzen Samttüchern, sehen Sie das Vermächtnis von Draculas Erschaffer!«

Ich habe nie zuvor einen solchen Tumult bei einer unserer Versammlungen erlebt. Gräfin Karnstein brauchte Minuten, um wieder für jene Ruhe und Ordnung zu sorgen, die sich für Wesen unseres Schlages und vor allem unseres Alters und unserer Erfahrung geziemt. Außer von Hartmann war niemand im Saal jünger als zweihundert Jahre, aber er, der Jüngste, blieb als Einziger ruhig. Denn er alleine kannte ja schon den Inhalt von Draculas Vermächtnis, wusste um das Geheimnis unserer Herkunft und konnte ermessen, welche Aussicht auf eine glorreiche Zukunft uns Draculas Nachlass eröffnen würde, er alleine kannte die Macht der alten Sprache und der heiligen Worte – und nur er wusste um das kommende Zeitalter des Schmerzes.

Doch ich will der Reihe nach berichten, wie es sich für ein ordentliches Protokoll gehört.

Wer erinnert sich nicht an das Rätsel, das uns unser aller Meister, der große und geheimnisumwitterte Dracula, mit seinem Tod hinterlassen hat? Wie jedes Jahr hatte er alte Freunde, Weggefährten und Verbündete auf sein Schloss geladen in der Nacht zum Ostersonntag, denn dieses war der Jahrestag seiner eigenen »Auferstehung«, wie er immer wieder erzählt hatte. Doch in jener Nacht nahm das Ritual einen offensichtlich nicht von Dracula geplanten Verlauf. Er

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Kapitel

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