Über diese Geschichte
Improvisation. Einfallsreichtum. Überleben. Vom ersten Sieg gegen Weltraumpiraten im 23. Jahrhundert bis zum drohenden Krieg mit einer künstlichen Intelligenz im 27. – die Karl-May-Akademie wird zum Hoffnungsträger der Menschheit. Ihre Absolventen lösen Konflikte, entlarven Betrüger, retten ganze Spezies – und stellen sich Gegnern, die von Vampiren bis zu intelligenten Maschinen reichen. Immer wieder beweisen sie: Mut, List und Menschlichkeit sind stärker als rohe Gewalt. Ein packendes Zukunftsepos voller Abenteuer, Rätsel und überraschender Wendungen – inspiriert von den Geschichten Karl Mays, getragen von der Frage: Welche Werte bleiben, wenn sich die Welt verändert?
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»Und schon wieder ist er verschwunden!« Ratlos und auch etwas verzweifelt schaute Waffenoffizier Omara auf den Schirm. Das Schiff der Piraten war, wie jedes Mal zuvor, für einen kurzen Moment verschwunden und weit neben dem vorherigen Ort wieder aufgetaucht. Ihre Rakete war ohne Wirkung explodiert.
Kapitänin Helen W. Zuckman konnte seine Gefühle gut verstehen. Wenn es ihnen nicht mit den letzten drei Raketen gelang, das Piratenschiff abzuschießen, würde es ihnen wie allen anderen Schiffen der Solaren Föderation ergehen: Sie würden von den Piraten geentert werden. Niemand wusste, auf welchem bisher unentdeckten Zwergplaneten sich die Bande versteckt hielt, so dass man sie nicht ausräuchern konnte. Und niemand hatte bisher ein Mittel gegen ihre speziellen Waffen entwickelt: den Trick, ihr Schiff so kurz vor dem Aufprall einer Rakete oder eines Energiestrahls zu versetzen, dass es nicht beschädigt wurde, und ihre noch nicht analysierte Methode, durch jede Raumschiffwand eindringen zu können. Und noch niemand hatte mit einem der Piraten gesprochen oder einen gesehen; sie kamen, enterten ein Raumschiff, räumten es aus und ließen niemanden am Leben. Auch den schnellen Kreuzer Rigel 8 würde es wohl erwischen, wenn ihr oder jemanden aus ihrem Team nicht schnell etwas einfiel.
Helen nagte an ihrer Unterlippe. Da war etwas, was sie in ihrer Jugend gelesen hatte. Schlagartig fiel es ihrwieder ein; mit einem großen Schritt stand sie neben dem Waffenoffizier: »Lass mich etwas versuchen!« Kaum war er aufgestanden, saß sie auch schon in seinem Sessel und programmierte, so schnell sie konnte, den Waffencomputer.
»Was hast du vor?«, fragte er. Ohne zu antworten, drückte sie den Knopf zum Abschuss. Wieder machte das Piratenschiff einen Satz zur Seite – und ging in einem Flammenball auf.
Als sie später mit alkoholfreiem Sekt in der Messe auf ihren Sieg anstießen, drängten sie alle, endlich zu erklären, wie ihr der Abschuss gelungen war. Helen lehnte sich gemütlich zurück: »Ich muss etwas ausholen. Niemand von euch weiß, für was das W in meinem Namen steht. Es ist der Anfangsbuchstabe meines zweiten Vornamens: Winnetou. So nannten mich meine Eltern, weil sie große Fans eines fast vergessenen Schriftstellers aus der technischen Antike waren. Er lebte vor über 300 Jahren und schrieb vor allem Abenteuerromane; ich habe sie alle gelesen.
Dieser Karl May war der Held meiner jungen Jahre, oder besser gesagt seine Helden, vor allem ein Indianerhäuptling namens Winnetou und dessen Freund, ein gewisser Old Shatterhand, in dem sich Karl May selbst ein Denkmal setzen wollte. ›Old‹ war so eine Art Ehrentitel und bedeutete ›alt‹ in einer der antiken Sprachen, es hatte aber nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit besonderen Leistungen oder Fähigkeiten. ›Shatterhand‹ heißt ›Schmetterhand‹, weil dieser Mensch mit einem Schlag einen anderen bewusslos schlagen konnte.
Im Buch ›Weihnacht im Wilden Westen‹ musste Old Shatterhand in einem Zweikampf mit zwei Wurfbeilen gegen einen Indianerhäuptling antreten, und er wusste, dass dieser wahrscheinlich entgegen der Abmachung zur Seite springen würde. Er sorgte dafür, dass sein Gegner einen Baum an einer Seite hatte, also nur nach

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