2525
# 2525
Als Harry Grizpore zum ersten Mal die Geräusche in der Wand hörte, glaubte er, er leide an Tinnitus. Doch schnell stellte er fest, dass das nicht sein konnte – von einem Tinnitus, der nur in bestimmten Zimmern auftrat und sich je nach Entfernung zur Außenwand verstärkte oder abschwächte, hatte er noch nie gehört, auch im Info-Net war nichts davon zu finden. Nach ausführlichen Recherchen zu allen möglichen Krankheiten kam er zum Schluss, es müsse etwas mit seinem Haus nicht in Ordnung sein.
Nur konnte er sich nicht vorstellen, was. Das Haus war zwar schon alt – seine Ururgroßeltern hatten es zu einer Zeit gebaut, als man noch natürliche Materialien wie Stein verwendete –, aber immer wieder renoviert und auf den neuesten Stand gebracht worden. Kürzlich erst hatte Harry sämtliche Wände mit dem neuesten Nano-Bio-Stahl ummanteln lassen; damit war das Haus nicht nur praktisch unzerstörbar, sondern auch zur Empathie fähig geworden. Die neuesten Sensoren waren, als Ableger der neuesten Babelfusch-Technologie, in der Lage, seine Gefühle weitaus genauer zu interpretieren als die jahrhundertelang verwendeten Kamerainterpreter. Das Haus stellte nicht nur Temperatur und Licht nach seinen Bedürfnissen ein, sondern auch Hintergrundmusik und -geruch, es nahm seine Gefühle scheinbar vor ihm selbst wahr. Harry war begeistert gewesen ...
Doch seit kurzem schien diese neue Technologie