Cover of Der Bruder, den wir hattenComplete

Der Bruder, den wir hatten

Coming-of-Age Drama 12+ 3 chapters2,007 words ~11 min read 🤖 AI-generated
Sign in to rate this story.

About this Story

Pia ist vierzehn, und ihr älterer Bruder Lukas ist nicht mehr er selbst. Nicht auf einmal. Leise. Über einen Winter lernt Pia, dass jemanden zu lieben, der ein hartes Jahr hat, nicht heißt, ihn zu reparieren — und dass kleine Aufmerksamkeiten nicht nichts sind.

Chapter

Der Stille Herbst

Es begann mit einem Dienstag im Oktober. Pia war von der Schule nach Hause gekommen, und Lukas' Tür war zu.

Das war für sich genommen nichts. Lukas war siebzehn. Seine Tür war oft zu. Er lernte für die Abschlussprüfungen am Ende des Schuljahres. Er hatte donnerstags Bandprobe. Er hatte eine Freundin, Marit, die er samstags traf. Er hatte ein Leben, das in diesem letzten Jahr weiter weg von der Familienküche gerückt war.

Was anders war, würde Pia später denken, war, dass die Tür um fünf Uhr nachmittags zu war, bevor Mama zu Hause war, wenn Lukas normalerweise in der Küche schlechten Toast machen und sich mit dem Radio streiten würde.

Pia klopfte. Es kam keine Antwort. Sie schob die Tür einen Spalt auf. Lukas lag mit dem Gesicht zur Wand auf seinem Bett, voll angezogen, die Schuhe noch an.

„Lebst du noch?"

„Größtenteils."

„Toast?"

„Nein, danke."

Sie schloss die Tür. Sie machte sich nicht viele Gedanken. Sie machte sich ihren eigenen Toast. Sie machte ihre Hausaufgaben am Küchentisch. Als ihre Mutter um sieben nach Hause kam, war Lukas aufgestanden, hatte sich das Gesicht gewaschen und kam zum Abendessen. Er war still, aber normal-still. Pia erwähnte die geschlossene Tür nicht.

Es passierte zwei Wochen später wieder. Dann einmal die Woche. Dann an den meisten Wochentagen.

Bis Mitte November verpasste Lukas das Abendessen. Nicht laut — er sagte ich habe bei Marit gegessenoder ich habe keinen Hunger und verschwand in seinem Zimmer. Bis Ende November hatte er die Band verlassen. Er sagte es der Familie in einem einzigen Satz beim Frühstück — Ich habe in der Band aufgehört, ich musste vor den Prüfungen den Kopf freibekommen — und ging zur Schule. Pias Mutter blickte über den Tisch zu Pias Vater. Keiner sagte etwas. Pia sagte auch nichts.

Es gab andere kleine Dinge. Lukas' Haare, auf die er immer geachtet hatte, sahen manchmal ungewaschen aus. Er war nicht mehr sonntags zum Fußball gegangen. Er hatte aufgehört, sich samstags mit Marit zu treffen. (Pia hatte Marit zweimal im Haus anrufen hören; ihr Vater hatte sanft gesagt, Lukas sei mit der Schule beschäftigt. Pia glaubte das nicht.) Lukas hatte größtenteils aufgehört, mit Pia zu reden.

Pia war vierzehn. Sie war — wie sie später zugeben würde — die ersten drei Wochen vor allem erleichtert gewesen, dass ihr Bruder nicht mehr da war, um sie aufzuziehen, das Bad zu blockieren, ihr Müsli aufzuessen. In der vierten Woche begann sie, unruhig zu werden. In der sechsten Woche hatte sie Sorge.

Sie hatte noch nicht die Worte. Sie war vierzehn. Sie hatte das Wort Depression in einer Schulversammlung gehört. Sie hatte das Versammlungs-Wort nicht mit dem Jungen zwei Türen weiter den Flur runter verbunden, der sie einmal, als sie sechs war, vom Fluss bis nach Hause auf den Schultern getragen hatte, nachdem sie sich das Knie aufgeschürft hatte.

Aber sie beobachtete. Das war etwas. Pia war ihr ganzes Leben lang eine Beobachterin gewesen. Sie begann, eine kleine private Liste hinten in ihrem Mathe-Übungsheft zu führen, mit Dingen, die Lukas nicht mehr tat.

Die Liste wurde länger.

Keep Reading →


Chapters

  1. 1 Der Stille Herbst
  2. 2 Der Lange Januar
  3. 3 Was Danach Kam

Comments

Be the first to leave a comment.

Something went wrong

An unhandled error has occurred.

Reload the page to pick up where you left off.

Reload

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.