Was Danach Kam
Was danach kam, war keine saubere Heilung.
Lukas ging in jener Woche zum Arzt. Der Arzt sprach allein mit Lukas, dann mit Pias Mutter, dann mit allen gemeinsam. Der Arzt benutzte das Wort *Depression* mit großer Sorgfalt, so wie man ein Wort benutzt, vor dem die Person, die es hört, Angst hatte. Lukas zuckte nicht zusammen. Er sah fast erleichtert aus, dachte Pia, dass jemand es benannt hatte.
Der Arzt sprach über Therapie. Über ein Gespräch mit der Schule. Über — möglicherweise, mit der Zeit — Medikamente. Über Schlaf. Über die Dinge, die man für jemanden tut, der in einem Nebel gelebt hat: keine zu großen Pläne, nur kleine, beständige Freundlichkeiten, Tag für Tag für Tag.
Lukas begann, eine Therapeutin zu sehen. Frau Holm — eine freundliche, langsam sprechende Frau, die ihn mittwochs nach der Schule sah. Er nahm sich für den Rest des Schuljahres frei von den Druckprüfungen. Die Schule war, als sie gefragt wurde, verständnisvoll. Er würde im Herbst nachholen. Die Welt ging nicht unter.
Die Familie veränderte still ihre Form. Pias Mutter kam dienstags und donnerstags früher von der Arbeit nach Hause. Pias Vater fing an zu kochen — richtig zu kochen, ordentlich — drei Abende die Woche, weil, wie er sagte, *es mir etwas gibt, das ich mit den Händen tun kann.* Pia, die ihr ganzes Leben lang eine Beobachterin gewesen war, wurde zu einer absichtsvollen Beobachterin. Sie machte