Der Stille Herbst
Es begann mit einem Dienstag im Oktober. Pia war von der Schule nach Hause gekommen, und Lukas' Tür war zu.
Das war für sich genommen nichts. Lukas war siebzehn. Seine Tür war oft zu. Er lernte für die Abschlussprüfungen am Ende des Schuljahres. Er hatte donnerstags Bandprobe. Er hatte eine Freundin, Marit, die er samstags traf. Er hatte ein Leben, das in diesem letzten Jahr weiter weg von der Familienküche gerückt war.
Was anders war, würde Pia später denken, war, dass die Tür um fünf Uhr nachmittags zu war, bevor Mama zu Hause war, wenn Lukas normalerweise in der Küche schlechten Toast machen und sich mit dem Radio streiten würde.
Pia klopfte. Es kam keine Antwort. Sie schob die Tür einen Spalt auf. Lukas lag mit dem Gesicht zur Wand auf seinem Bett, voll angezogen, die Schuhe noch an.
„Lebst du noch?"
„Größtenteils."
„Toast?"
„Nein, danke."
Sie schloss die Tür. Sie machte sich nicht viele Gedanken. Sie machte sich ihren eigenen Toast. Sie machte ihre Hausaufgaben am Küchentisch. Als ihre Mutter um sieben nach Hause kam, war Lukas aufgestanden, hatte sich das Gesicht gewaschen und kam zum Abendessen. Er war still, aber normal-still. Pia erwähnte die geschlossene Tür nicht.
Es passierte zwei Wochen später wieder. Dann einmal die Woche. Dann an den meisten Wochentagen.
Bis Mitte November verpasste Lukas das Abendessen. Nicht laut — er sagte *ich habe bei Marit