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Wo man singt

Space Opera ab 12 Jahren 1 Kapitel3.386 Wörter ~17 Min. Lesezeit
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Über diese Geschichte

Eine Sängerin. Eine Wissenschaftlerin. Gestrandet auf einem fremden Planeten. Nach dem Absturz des Kolonieschiffs kämpft Lisa-Mari, Biophotonikerin und Musikerin, ums Überleben. Auf der Suche nach Erkenntnis – und Abstand von einem Streit mit ihrer Frau – stürzt sie in eine geheimnisvolle Höhle. Allein, verletzt und mit schwindenden Vorräten scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch dann antwortet jemand auf ihre Harfenklänge. Nicht Menschen, sondern die Einheimischen des Planeten – hochgewachsene, geheimnisvolle Wesen, die in Gesang und Summen miteinander kommunizieren. Zwischen Furcht und Faszination findet Lisa-Mari eine unerwartete Verbindung: Musik als Brücke zwischen den Welten. Ein packender Science-Fiction-Roman über Liebe, Verlust, die Kraft der Musik – und die erste Begegnung mit einer außerirdischen Zivilisation.

Kapitel

Kapitel 1

Lisa-Mari kam nur langsam wieder zu sich. In ihrem Kopf schien sich ein ganzes Schlagzeug-Ensemble auszutoben, so hämmerte und dröhnte es darin. Sie konnte nichts sehen, war sich aber nicht sicher, ob es daran lag, dass es dunkel war, ihre Augen nicht recht funktionierten oder sie sie einfach nicht aufbekam. So wie es sich anfühlte, lag sie mit dem Rücken auf einer harten Unterlage, möglicherweise Fels. Als sie vorsichtig die Arme bewegte, durchschoss ihren Rücken ein scharfer Schmerz, der schnell wieder nachließ. Sie drückte die Hände fest auf ihre Augen, fühlte, wie sie reflexartig die Lieder schloss, und drückte weiter, bis sie bunte Sterne sah. Gut, ihre Augen waren offen gewesen, und sie schien auch noch sehen zu können.

Wo war sie? Was war geschehen? Sie atmete tief durch, dann machte sie ein paar Atemübungen, die sie beruhigen sollten. Sie hielt nicht viel von dem esoterischen Geschwätz von Chakren und Energieflüssen, mit dem manche Besatzungsmitglieder sie mit fast schon religiösem Eifer nervten, wohl aber schätzte sie als Sängerin seriöse Entspannungs- und Atemtechniken, die Lampenfieber genau so senken konnten wie die aufkommende Panik, die sie gerade spürte. Und tatsächlich: Nach kurzer Zeit hatte sie sich soweit beruhigt, dass sie sich ihrer Situation stellen konnte. Wie war sie hierhergekommen?

Das Schlagzeug in ihrem Kopf war vom fortissimo zu einem mezzopianoübergegangen, und langsam kehrte ihre Erinnerung zurück. Sie war am Morgen vom Schiffswrack losgelaufen, um in freier Landschaft ein paar Experimente zur Wahrnehmung unter dem blauen Licht der Sonne auf diesem bisher namenlosen Planeten zu machen. Die Möglichkeiten in den Laboren, die nach dem Absturz des Schiffes noch funktionsfähig waren, hatte sie ausgeschöpft; nun wollte sie an einer höher gelegenen, von allen Seiten zugänglichen Stelle zu verschiedenen Tageszeiten unter diversen Einfallswinkeln Messungen vornehmen. Als promovierte Biophotonikerin wollte sie zudem ihre Hypothese überprüfen, ob die energiereiche Sonnenstrahlung die besondere Wachstumsgeschwindigkeit der einheimischen Pflanzen erklären könnte, von der einige Besatzungsmitglieder berichtet hatten.

Sie tastete vorsichtig um sich und atmete erleichtert auf, als ihre Fingerspitzen ihren Rucksack ertasteten. Langsam robbte sie sich an ihn heran und öffnete als erstes die Außentasche, in der sie ihre Taschenlampe verwahrte. Als die einer alten Grubenlampe nachempfundene Leuchte ihr warmes LED-Licht ausstrahlte, seufzte sie erleichtert auf und sah sich zunächst einmal um.

Die runde Höhle, in der Lisa-Mari halb aufgerichtet lag, bestand aus schwarzem Fels und hatte einen Durchmesser von etwa acht Metern. Boden und Wände waren so glatt, dass sie glänzten, und mussten entweder das Ergebnis von extrem lang andauernder Wassereinwirkung oder von künstlicher Bearbeitung sein. Nach oben zu verjüngte sich die Höhle, bis sie in etwa fünf Metern Höhe nur noch einen Durchmesser von etwa drei Metern hatte, was darüber war, konnte Lisa-Mari nicht erkennen.

Ihr Rucksack schien den Sturz gut überstanden zu haben, die automatische Trenneinrichtung hatte funktioniert und verhindert, dass sie darauf fiel und sich so

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