Über diese Geschichte
Eine Katastrophe. Ein Geheimnis. Eine Bestimmung, die alles verändert. Vanessa wollte nur ihren Dachgarten pflegen – bis ein Tornado ihr Leben aus den Angeln reißt. Gemeinsam mit ihrem verhassten Nachbarn Jake sucht sie Schutz im Keller, doch dort stößt sie auf etwas, das noch weitaus gefährlicher ist als der Sturm: ein geheimnisvolles Wesen aus einer anderen Welt. Der Erdelementar Elele offenbart Vanessa eine Wahrheit, die sie kaum fassen kann: Sie ist selbst ein Teil der uralten Mächte, die das Gleichgewicht der Erde bewahren. Doch das Reich der Luft hat sich abgewandt – und droht die Menschheit ins Chaos zu stürzen. Nur Vanessa, ein Kind zweier Elementarfamilien, soll das Bündnis retten können. Zwischen zerstörten Häusern, aufkeimendem Vertrauen zu Jake und der Aussicht auf eine Reise in eine fremde Welt muss Vanessa entscheiden, ob sie den Schritt wagt – und ob sie stark genug ist, das Schicksal der Elemente zu tragen. Ein moderner Fantasy-Roman voller Spannung, Naturgewalten und einem unerwarteten Bündnis zwischen Feinden.
Kapitel 1 Vanessa
Kapitel 1 - Vanessa
Bereits drei Straßen entfernt hörte ich das ohrenbetäubende Röhren des Autos, vor dem es mir jeden Tag graute. Wenige Sekunden später bretterte mein Nachbar Jake auch schon um die Kurve. Beim Einbiegen in seine Hofeinfahrt quietschten die Reifen des Wagens laut auf, bevor er mit einer Vollbremsung zum Stehen kam. Schnell wandte ich den Blick ab und versuchte, beschäftigt zu wirken.
„Hey, Vanessa – dir ist da ein Steckling runtergefallen!“.
Ohne nachzudenken sah ich suchend auf den Boden. Erst als Jakes höhnisches Gelächter ertönte, wurde mir bewusst, dass er sich über mich lustig gemacht hatte. Mal wieder. Ich richtete mich auf meinem Flachdach auf und stemmte die mit Gartenhandschuhen bestückten Hände in die Hüfte. Der Wind hatte aufgefrischt und wehte mir ein paar freie Strähnen ins Gesicht.
„Sehr witzig. Denk immer daran: Mein mühsam gepflegtes Grünzeug wird dir irgendwann den Hintern retten.“
„Nie im Leben.“ Er winkte theatralisch ab. „Ich gebe mir so viel Mühe, die Umgebung zu verpesten, da kämpfst du vergeblich gegen an.“
Um ihm besser widersprechen zu können, trat ich näher an den niedrigen Zaun heran, der die vollständig bepflanzte Fläche des Daches umrahmte.
„Dieser Plan kann nur so lange gutgehen, wie du Benzin in dieses Monster pumpen kannst. Früher oder später werden auch deine Kraftstoff-Dealer ihre Reserven verbraucht haben und du musstauf alternative Fortbewegung umsteigen.“
Erneut lachend steckte Jake sich eine Zigarette zwischen die Lippen und zündete sie an. „So so. Jetzt vergleichst du mich schon mit einem Junkie? Das wird ja immer dreister.“
Wütend holte ich Luft, um ihm eine weitere Beleidigung an den Kopf zu werfen, als uns ein schrilles Piepen an meinem Handgelenk unterbrach. Im gleichen Moment heulten die Sirenen los, die als Katastrophenwarnung dienten. Schnell riss ich meine Smartwatch hoch und tippte auf die angezeigte Meldung.
„Tornado-Warnung“, rief ich. „Stufe F5 auf der Fujita-Skala.“
„Dann ab in den Keller!“ Zu meinem Erstaunen sah Jake zu mir herauf, seine Miene wirkte eindeutig besorgt. „Los jetzt, das ist kein Spaß!“
Zwar wusste ich, dass er recht hatte, doch das durfte ich ihm gegenüber natürlich nicht zugeben. Tatsächlich wehte es bereits ganz ordentlich, die Geräuschkulisse war enorm laut. Trotzdem wandte ich mich wieder meinen Pflanzen zu. „Ja, gleich – reg‘ dich ab“, entgegnete ich in beiläufigem Tonfall und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich bringe noch schnell meine Werkzeuge in Sicherheit. Die sollen hier nicht unbedingt durch die Gegend fliegen.“
Betont gründlich sah ich mich im Garten um. Als ich aufblickte, sah ich von weitem den Tornado wüten. Er schien mehrere Meilen entfernt zu sein, doch schon oft hatte ich miterlebt, dass diese Dinger in Sekundenschnelle große Strecken hinter sich brachten. Allmählich kroch eine deutliche Unruhe in meine Glieder und ich beeilte mich nun doch ein wenig, die lose herumliegenden Sachen einzupacken.
„Hey! Vanessa!“
Jake. Automatisch verdrehte ich die Augen. Was wollte er denn noch? Verärgert eilte ich an den Rand des Flachdaches.
„Was ist? Ich versuche ja schon, mich zu beeilen, falls es das ist, was du mir sagen

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