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Die Tür, die wartete

Portal Fantasy / Isekai ab 12 Jahren 2 Kapitel1.177 Wörter ~6 Min. Lesezeit 🤖 KI-generiert
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Über diese Geschichte

Eine Putzfrau im Nachtdienst eines Krankenhauses findet in einer Abstellkammer eine Tür, die in eine Welt führt, die auf sie gewartet hat — und ihr im Stillen nachträgt, wie lange sie es hat warten lassen.

Kapitel

Die-Kammer-Im-Vierten-Stock

Um zwei Uhr morgens wurde es still im vierten Stock, und so mochte Renata es. Die Monitore am Schwesternstützpunkt blinkten ihre kleinen grünen Herzen in die Dunkelheit, die Bohnermaschine summte unter ihren Händen, und für ein paar Stunden gehörte das Krankenhaus ihr und den Menschen, die zu krank waren, um zu schlafen. Elf Jahre lang hatte sie diese Flure gewischt. Sie wusste, welche Fliesen quietschten, welcher Heizkörper tickte, welcher Patient in Zimmer 412 sie jede Nacht fragen würde, was das Wetter mache.

Die Abstellkammer am Ende des Ostflügels war die eine Konstante. Bleichmittel, Papierhandtücher, die Ersatzmoppköpfe in ihren Plastikhüllen, das Regal mit dem Reiniger, der nach falschen Zitronen roch. Vielleicht viertausendmal hatte sie diese Tür geöffnet. Den Lichtschalter hätte sie blind gefunden.

Darum wusste sie, so wie man einen falschen Ton in einem vertrauten Lied erkennt, dass der Kammer eine zweite Tür gewachsen war.

Sie stand in der hinteren Wand, wo die Regale hätten sein müssen — schmal, aus dunklem Holz, mit einem Griff aus angelaufenem Messing, in der Mitte glatt gegriffen, als hätten ihn sehr viele Hände gedreht. Der Zitronengeruch war fort. An seiner Stelle kam etwas Grünes, Kühles, der Geruch eines Waldes nach dem Regen, von Erde, die niemals gepflastert worden war. Unter der Tür sickerte ein dünner goldener Lichtstreifen hervor, der nicht flackertewie die Neonröhren, sondern atmete, langsam und stetig, wie etwas Lebendiges.

Renata stand mit der Hand an der Maschine und redete sich ein, sie sei müde. Sie war dreiundfünfzig. Sie hatte eine Doppelschicht hinter sich. Bei einer Doppelschicht sah man eben Dinge.

Doch der goldene Streifen pulsierte, geduldig, und von irgendwo jenseits des Holzes hörte sie — leise, unverkennbar — den Klang einer Glocke, geläutet, wie man eine Glocke läutet, wenn ein Gast endlich, endlich angekommen ist.

In jener Nacht öffnete sie sie nicht. Sie löschte das Licht, schloss die Kammer und beendete ihre Schicht mit einem Herzen, das schlug wie ein gefangener Vogel, und im Bus nach Hause beschloss sie, sich das alles nur eingebildet zu haben.

In der nächsten Nacht war die Tür noch da. Und an ihr klebte, in einer Handschrift, die sie nie zuvor gesehen hatte, ein einzelner Satz auf einem Fetzen vergilbten Papiers.

Du hast dir Zeit gelassen.

Sie las es dreimal. Die Buchstaben waren mit einer Art müder Höflichkeit geformt, so wie man jemandem schreibt, den man seit Jahren erwartet und beinahe, aber nicht ganz, aufgegeben hat. Keine Drohung. Auch kein Willkommen. Eher etwas wie der Zettel eines Verwandten auf dem Küchentisch — wir haben mit dem Essen gewartet, es ist kalt geworden — der in seiner Höflichkeit mehr Vorwurf trug, als jedes Schreien es vermocht hätte.

Renata blickte den leeren Flur hinunter. In 412 schlief endlich der alte Mann, der nach dem Wetter fragte. Die Monitore blinkten. Die Welt, die sie kannte, war weiter die Welt, die sie kannte, von Neonlicht erfüllt und leicht säuerlich und vollkommen gleichgültig dagegen, ob sie in ihr blieb.

Sie legte die Hand auf den Messinggriff. Er war warm, als hätte ihn jemand auf der anderen Seite gehalten und sehr, sehr lange gewartet.

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Kapitel

  1. 1 Die-Kammer-Im-Vierten-Stock
  2. 2 Der-Waerter-Der-Langen-Wartezeit

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