Manche Wochen bringen ein neues Feature. Diese beiden Wochen haben etwas anderes gebracht: Sie haben eine ganze Reihe von Dingen zum Laufen gebracht, von denen wir dachten, sie liefen längst. Das ist eine unangenehmere und ehrlichere Sorte Fortschritt — und wenn du OutaStory auf dem Handy nutzt, ist es die Sorte, die du sofort merkst.
Die drei Sätze, um die es geht:
- Push-Nachrichten kommen zum ersten Mal wirklich auf deinem Telefon an. Nicht „zuverlässiger" — zum ersten Mal überhaupt.
- Der Leser blättert wieder, sofort, mit dem Daumen, und die Knöpfe sind da, wo dein Daumen ist.
- Der Katalog ist wieder auffindbar — 7.448 Geschichten waren über die Kategorien schlicht nicht mehr erreichbar.
Dazu Premium, das wieder hält, was es verspricht, Preise in deiner eigenen Währung, Werbung, die Autor:innen endlich tatsächlich bezahlt, und ein Stapel kleiner Dinge, die man nicht benennt, aber sieht. Der Reihe nach.
Dein Telefon meldet sich — zum ersten Mal wirklich
Fangen wir mit dem an, das uns am meisten wehgetan hat.
OutaStory verschickt Benachrichtigungen, seit es die Apps gibt: eine neue Folge deines Fortsetzungsromans, ein Kommentar unter deiner Geschichte, eine Antwort, eine Freigabe. Auf der Website kamen sie an. Auf keinem einzigen Handy, Android oder iPhone, ist jemals auch nur eine davon angekommen.
Nicht „selten". Nicht „unzuverlässig". Keine einzige, nie.
Der Grund war so banal wie ärgerlich: Der App fehlte beim Bauen eine einzige Kennung, ohne die sich das Benachrichtigungssystem gar nicht erst startet. Kein Absturz, keine Fehlermeldung, keine rote Zeile irgendwo. Das Telefon hat sich nie beim Dienst angemeldet — und ein Gerät, das nie angemeldet war, bekommt eben auch nie etwas zugestellt. In unserer Verwaltungsoberfläche stand die ganze Zeit die Zahl, die alles verraten hätte: null mobile Empfänger. Sie stand da, und niemand hat sie gelesen.
Das ist behoben, und wir haben es auf echten Geräten nachgeprüft: Eine Testnachricht kommt auf dem iPhone an, und sie kommt auf Android an. Beides mit einem Telefon in der Hand, nicht mit einem grünen Häkchen in einem Dashboard.
Drei weitere Dinge am selben Thema:
- Ein Tippen auf eine Benachrichtigung führt jetzt irgendwohin. Vorher öffnete sich in der App zwar OutaStory, aber du landetest auf der Startseite — bei jeder Art von Benachrichtigung. Jetzt öffnet sich das, worum es geht.
- „Folge 2 ist da" öffnet Folge 2. Nicht die Übersichtsseite der Geschichte, von der aus du dich wieder durchklicken darfst. Die richtige Folge, im Leser, sofort.
- Die Frage nach der Erlaubnis kommt zu einem passenden Zeitpunkt. Vorher rutschte sie über die erste Seite, die zufällig geladen wurde — bei Autor:innen also über „Meine Geschichten", wo sie ausgerechnet den Knopf „Neue Geschichte" verdeckte und Klicks schluckte. Jetzt fragen wir dich in den Benachrichtigungs-Einstellungen oder direkt nachdem du eine Geschichte zu Ende gelesen hast. Also dann, wenn die Frage Sinn ergibt.
Und: Benachrichtigungen lassen sich endlich löschen
Diese hier hat uns ein Leser gemeldet — sehr höflich, in der Annahme, er stelle sich zu dumm an. Er stellte sich nicht zu dumm an. Es gab die Funktion schlicht nicht, auf keiner Plattform, seit es die Benachrichtigungen gibt.
Jetzt hat jede Benachrichtigung ein × zum Wegwischen, und es gibt „Gelesene löschen" für alles auf einmal. Der Zähler an der Glocke aktualisiert sich sofort. Nebenbei: Die Liste lud vorher jede jemals erhaltene Benachrichtigung bei jedem Öffnen; jetzt ist sie sinnvoll begrenzt und dadurch spürbar schneller.
Der Leser: blättern, wo Blättern hingehört
Ein Leser schrieb uns, er könne eine Geschichte öffnen, aber nicht weiterlesen. Er tippte auf „Weiter", es passierte nichts. Sieben Mal hintereinander. „Seite 1 von 52."
Er hatte recht, und es war schlimmer, als er dachte: Das Weiterblättern war für alle kaputt — im Web, auf Android und auf dem iPhone, mit Knopf, Wischgeste und Pfeiltaste gleichermaßen. Der Leser las seine eigene aktuelle Seitenzahl an einer Stelle nach, an der sie zwischenzeitlich zurückgesetzt worden war, und blätterte deshalb konsequent auf genau die Seite, auf der du ohnehin schon warst. Das ist repariert, und es ist die Art Fehler, die uns lehrt, dass die meistgenutzte Handbewegung der Plattform einen eigenen Dauertest verdient hat. Den hat sie jetzt.
Unter diesem Fehler lagen drei weitere, die wir sonst wohl nicht gefunden hätten:
- Die Wischgeste war an jeder dritten Seite still tot. Nicht zufällig — systematisch, an genau den Seiten, an denen eine Werbeunterbrechung liegt. Die Knöpfe funktionierten dort, das Wischen nicht. Und, wichtig: Auch Premium-Mitglieder waren betroffen, obwohl sie dort gar keine Werbung sehen.
- Die Blätter-Knöpfe standen auf dem Handy bis zu 807 Pixel unterhalb des Bildschirmrands. Man musste also auf jeder Seite erst bis ans Ende scrollen, um weiterzukommen. Jetzt klebt die Leiste unten am Bildschirm, wo der Daumen sowieso ist. Kein Scrollen mehr.
- Jeder Seitenwechsel lud die komplette Geschichte neu. Bei einer 52-Seiten-Geschichte waren das rund 80 KB und ein kurzes Ladesymbol — bei jedem einzelnen Blättern. Jetzt wird nur noch neu geladen, wenn sich die Geschichte tatsächlich ändert. Blättern ist dadurch sofort da, und im Mobilfunknetz spürbar sparsamer.
Fortsetzungsromane verhalten sich endlich wie Fortsetzungsromane
Ausgelöst hat das die Beschwerde einer Leserin, wir würden „immer die falsche Folge zeigen". Auch das stimmte, und zwar an vier Stellen gleichzeitig:
- Ein Klick auf „Folge 2" führte zu Folge 1. Sämtliche Kapitel-Links zeigten fest auf die erste Seite. Bei der gemeldeten Geschichte begann Folge 2 tatsächlich auf Seite 7. Jetzt landen Kapitel-Links dort, wo das Kapitel wirklich anfängt.
- Der Hörbuch-Player sagte die falsche Folge an — „Kapitel 1 von 2", während Folge 3 lief. Und das Mitlesen konnte im Zweifel den Text eines anderen Kapitels markieren; heute markiert es lieber gar nichts, als das Falsche.
- Es gab keinen Weg, im Leser zwischen Folgen zu springen. Jetzt öffnet ein Knopf in der Kopfzeile die Folgenliste, und du springst direkt hin. Bei Geschichten mit nur einem Kapitel bleibt der Knopf aus dem Weg.
- Dein Lesefortschritt driftete. Er war eine reine Seitenzahl — und wenn ein Autor eine frühere Folge nachträglich erweiterte, zeigte „Weiterlesen" plötzlich auf eine andere Stelle im Text. Jetzt merken wir uns Kapitel und Position im Kapitel. Du kommst zurück zu demselben Satz, auch wenn davor etwas dazugekommen ist.
Premium heißt wieder werbefrei — und Preise stimmen wieder
Zwei Dinge, die wir schlicht schuldig geblieben sind.
Premium-Mitglieder haben in den Apps trotzdem Werbung gesehen. Wir haben es auf einem echten Gerät nachgestellt: ein Konto mit goldenem PREMIUM-Abzeichen auf dem Bildschirm — und darunter ein Werbebanner. Die Ursache: Das Banner in den mobilen Apps ist eine einzige Ansicht, die für die gesamte Laufzeit der App bestehen bleibt, und niemand fühlte sich zuständig, sie wieder abzuräumen, wenn sich der Anmeldestatus änderte. Jetzt gibt es genau eine Stelle, die dafür zuständig ist, und eine zweite, die eine Anfrage grundsätzlich verweigert, wenn kein Anspruch besteht. Auf dem Gerät in vier Zuständen nachgeprüft.
Die Apps haben allen den Euro-Preis gezeigt. Egal wo. Ein Kunde im amerikanischen App Store bekam also einen Preis in Euro angezeigt und wurde in Dollar abgebucht. Jetzt zeigt jede App den Preis, den ihr Store tatsächlich abrechnet — in der Währung des Stores, in der Schreibweise des Landes.
Auf Fire-Tablets konnte ein Kauf technisch nie funktionieren. Dem Amazon-Build fehlte eine Schlüsseldatei, mit der der Appstore seine eigenen Antworten signiert — sie war in keinem einzigen unserer Amazon-Builds jemals enthalten. Jeder Kaufversuch brach damit ab, bevor er begann. Das ist behoben, und die Auslieferung prüft jetzt vor jedem Release nach, ob die Datei wirklich im Paket liegt.
Und die unangenehmste Zahl dieses Abschnitts: Bei 14 Käufen von sechs Kundinnen und Kunden auf Fire-Tablets wurde bezahlt und nichts gutgeschrieben. Zwei unabhängige Fehler in der Art, wie wir Antworten des Stores den zugehörigen Anfragen zuordnen, ließen die Bestätigung ins Leere laufen. Beides ist behoben; jede Antwort wird jetzt anhand der Vorgangsnummer des Stores zugeordnet. Wenn du davon betroffen warst und dein Guthaben oder dein Abo nicht angekommen ist: Melde dich bei uns, wir bringen das in Ordnung.
Und eine Stelle, die man nur bemerkt, wenn sie einen selbst trifft: Meldungen der Stores über Verlängerungen, Kündigungen und Rückerstattungen kamen unzuverlässig an. Die drei Empfangsstellen dafür schliefen ein, wenn eine Weile nichts passierte, und die erste Meldung danach lief in eine Zeitüberschreitung. Bei Amazon hat dieser Kanal dadurch noch nie funktioniert. Die Empfänger bleiben jetzt wach; im Test antwortete dieselbe Meldung danach in 0,09 Sekunden statt nach 25 Sekunden aufzugeben.
In Vorbereitung, aber noch nicht scharf: der Samsung Galaxy Store bekommt seinen eigenen Bezahlweg. Der ist inzwischen vollständig gebaut — Kaufabwicklung, Prüfung, Guthabenpakete und die passenden Rechtstexte. Er bleibt so lange aus, bis wir ihn ehrlich einschalten können; ein Kaufknopf, der ins Leere führt, ist schlechter als gar keiner.
Werbung, die Autor:innen tatsächlich bezahlt
Unsere Beteiligung war immer dieselbe: 55 Prozent der Werbeerlöse gehen an die Autorin oder den Autor, deren Geschichte die Werbung getragen hat. An dieser Zahl hat sich nichts geändert und wird sich nichts ändern.
Was sich geändert hat, ist alles zwischen „neben deiner Geschichte wurde Werbung gezeigt" und „es steht in deinem Konto". Diese Strecke war an mehreren Stellen unterbrochen — und alle Unterbrechungen hatten dieselbe Eigenschaft: Sie waren still. Eine Einblendung, die nie gemeldet wird, erzeugt keine Fehlermeldung. Sie erzeugt gar nichts.
- Aus den Apps ist nie eine einzige Einblendung im Konto angekommen. Mobile Werbung läuft seit dem 14. Juli. In der Abrechnung stand die ganze Zeit exakt ein einziges Netzwerk, und es war nicht das der Apps. Ursache war dieselbe Eigenheit wie beim Premium-Banner: eine Ansicht, die die ganze App-Laufzeit besteht — die Zuordnung wurde einmal pro Ansicht erzeugt und konnte deshalb genau einmal pro App-Start verbucht werden. Jetzt wird sie pro tatsächlicher Einblendung erzeugt, inklusive jeder automatischen Auffrischung.
- Werte unterhalb eines Cents wurden auf null gerundet. Wir haben Erlöse in ganzen Cent gespeichert. Eine einzelne Banner-Einblendung ist aber typischerweise ein Zehntel bis ein halber Cent wert — also wurde sie als null gespeichert. Nicht „ungefähr null": exakt null. Jetzt rechnen wir intern millionstelgenau und runden erst ganz am Ende, beim Eintrag ins Konto.
- Einblendungen für nicht angemeldete Leser:innen wurden weggeworfen. Wer ohne Konto liest, sieht Werbung — das ist Absicht, denn werbefrei ist genau das, was Premium kauft. Nur konnte die App für diese Leser:innen keinen Nachweis vorlegen, also wurde die Meldung abgewiesen. Echte Einblendungen, für die niemand bezahlt wurde. Jetzt zählen sie.
- Werbeplätze ohne einen einzigen sichtbaren Pixel wurden trotzdem gezählt. Das klingt nach mehr Geld und ist das Gegenteil: Es verwässert den Topf, aus dem alle ihren Anteil bekommen. Wird nicht mehr gezählt.
- Werbung auf Seiten ohne Geschichte — Startseite, Kategorien, Suche — wurde bisher gar nicht erfasst. Sie wird jetzt erfasst und ausdrücklich als plattformeigene Fläche gekennzeichnet, damit sie nie mit „hier ist uns eine Autorin abhandengekommen" verwechselt werden kann.
Eine Sache müssen wir dazu ehrlich sagen, weil sie sonst nach mehr klingt, als sie ist: Unser aktuelles Banner-Netzwerk hat bis heute 0,00 € eingespielt. Was wir repariert haben, ist die Leitung, nicht der Wasserhahn. Aber eine kaputte Leitung repariert man, bevor das Wasser kommt — nicht danach.
Werbung und junge Leser:innen
Ebenfalls neu und uns wichtig: Für Leser:innen unter 16 sind Werbeanzeigen jetzt ausdrücklich als kinder- bzw. jugendgerichtet gekennzeichnet, nicht personalisiert und auf die niedrigste Inhaltsstufe begrenzt. Ist uns das Alter nicht bekannt, gilt trotzdem eine strengere Stufe als für Erwachsene. Dafür verlässt keine Altersangabe das Gerät — die Einstufung passiert lokal.
Und drei kleine Ärgernisse an derselben Ecke sind weg: Eine Vollbild-Werbung im Leser konnte sich auf älteren Geräten nicht mehr schließen lassen (jetzt schließt sie sich notfalls von selbst), unsere eigenen Hinweisflächen waren für alle englischsprachigen Besucher:innen unsichtbar, und mehrere Werbeplätze auf der Website blieben nach einer früheren Korrektur versehentlich komplett leer.
Cover, die keine Geistertitel mehr tragen — und Stimmen, die überhaupt wieder hochladbar sind
Beim genauen Hinsehen auf frisch erzeugte KI-Cover ist uns etwas aufgefallen, das man leicht für einen Bildeffekt hält: Unter dem sauber gesetzten Titel lag ein zweiter, gemalter Titel. Blass, leicht verzogen, in der Bildschrift des Modells — und genau dort, wo unser eigener Titel steht.
Die Ursache war peinlich logisch. Wir hatten dem Bildmodell den Titel im Text mitgegeben („für die Geschichte «…»"), es gebeten, eine ruhige Fläche für einen Titel freizuhalten, und dann gebeten, keinen Text zu malen. Ein Bildmodell liest das als Aufgabenbeschreibung, nicht als Verbot. Jetzt kennt das Modell den Titel schlicht nicht mehr — es bekommt Beschreibung, Stimmung und Genre, und die Fläche bleibt frei, ohne dass jemand versucht wäre, sie zu füllen.
Direkt daneben lag ein zweiter Fehler, der vor allem deutsche Titel traf: Bei langen Komposita legte sich die Titelzeile über sich selbst. „Das" über „GEISTER/HAUS". Der Grund war, dass die Planung der Textblöcke die Zeilenhöhe aus der Zeichenzahl schätzte, während die tatsächliche Darstellung die echten Buchstaben ausmisst und in zwei Zeilen umbrach — also nach oben in die Zeile darüber wuchs. Heute misst die Planung mit demselben Verfahren, mit dem später gezeichnet wird, verkleinert notfalls den ganzen Block gleichmäßig und verhindert dabei Umbrüche, die einen Wortrest wie „Geisterhau/s" übrig lassen.
Und eine Kuriosität, die wir beim Aufräumen der Bibliotheken gefunden haben: Vier Schriftdateien in unserem Projekt waren gar keine Schriften. Sie waren HTML-Fehlerseiten, die irgendwann statt der eigentlichen Datei heruntergeladen und mitgeliefert worden waren — groß genug, dass es nie jemandem auffiel. Die Folge: Unsere Cover- und Social-Media-Bilder wurden die ganze Zeit in einer Ersatzschrift gesetzt statt in unserer eigenen. Die echten Schriften sind jetzt da, alle Schriftdateien werden beim Bauen geprüft, und wenn eine fehlt, bricht der Vorgang laut ab, statt still etwas Hübsches in der falschen Schrift zu erzeugen.
Bei den Stimmen war es gröber. Wer eine eigene Vorlese-Stimme aufnehmen wollte, bekam schlicht eine Fehlermeldung — und zwar zuverlässig, bei jeder echten Aufnahme. Kurze Testschnipsel gingen durch, aber eine Sprachprobe muss mindestens 45 Sekunden lang sein, und ab dieser Größe scheiterte die Analyse jedes Mal. Der Grund lag tief in der Werkzeugkette: Das Analyseprogramm liest nur so viel einer Datei, wie es zum Erkennen braucht, und beendet sich dann erfolgreich — woraufhin das Schreiben des Rests fehlschlug und wir das als Fehler werteten, obwohl die Analyse längst fertig und korrekt war. Jetzt entscheidet allein das Analyseprogramm, ob etwas geklappt hat.
Im selben Zug haben wir zwei Verbesserungen scharfgeschaltet, die zwar gebaut waren, aber auf keinem Server je eingeschaltet wurden: Aufnahmen werden jetzt standardmäßig entrauscht und von Hintergrundgeräuschen befreit, bevor daraus eine Stimme wird. Wer zu Hause ohne Studio aufnimmt — also praktisch alle — bekommt dadurch eine hörbar sauberere Stimme.
Kleiner, aber ärgerlich: Profilbilder wurden manchmal abgelehnt, obwohl sie völlig in Ordnung waren. Windows bietet in seinem eigenen Dateidialog JPEG-Bilder mit der Endung .jfif an — und genau die hat unser Server dann zurückgewiesen. Wir haben also eine Datei angeboten und anschließend verweigert. Jetzt schauen wir in die Datei hinein statt auf ihren Namen.
Damit man euch findet
Dieser Abschnitt ist für alle, die hier schreiben, der wichtigste — auch wenn sich auf der Seite selbst kaum etwas ändert.
Wir haben zwei Wochen damit verbracht, das nachzuprüfen, was wir Suchmaschinen über uns erzählen. Das Ergebnis war unangenehm:
- Von 714 Kategorie-Adressen in unserer Sitemap führten 670 ins Nichts. Wir haben Google also über Jahre hinweg eine Landkarte gegeben, die zu 94 Prozent auf leere Felder zeigte.
- Das Wort „Deutsch" kam in dieser Landkarte kein einziges Mal vor. Über 4.000 Adressen, kein einziger Hinweis darauf, dass es zu jeder Seite eine deutsche Fassung gibt — bei einer Plattform, deren Publikum überwiegend deutsch liest. Jetzt trägt jede Adresse ihren deutschen Zwilling.
- 3.236 Autoren- und Geschichten-Seiten hatten als Suchergebnis-Überschrift nur einen Namen. Nicht „Kurzgeschichte von …", nicht das Genre, nicht der Hinweis, dass man sie auch hören kann. Nur den Namen. Jetzt beschreibt jede Überschrift, was einen dort erwartet.
- Die Beschreibungen unter Kategorie-Ergebnissen brachen mitten im Satz ab — auf 158 von 713 Seiten, weil ein angehängter Standardsatz fast das gesamte Platzbudget auffraß. Heute überlebt der handgeschriebene Text in vier von fünf Fällen vollständig.
Und der Fund, der auch für dich als Leser:in direkt spürbar ist: 7.448 Geschichten waren über die Kategorien überhaupt nicht mehr erreichbar. Ein Teil unseres Genre-Baums speichert seine Adressen mit Schrägstrich, und die wurden an einer Stelle so verpackt, dass sie zu keiner einzigen Seite mehr passten. Ganze Regale — die komplette Klassiker-Abteilung — waren damit im Browser leer, obwohl sie voll waren. Sie sind wieder da.
Dazu, in Kurzform: Es gibt jetzt eine Übersichtsseite für alle Geschichten (die gab es schlicht nicht — die Adresse antwortete mit „nicht gefunden"), sechs Kategorien tief unten im Baum haben zum ersten Mal überhaupt eine Adresse bekommen, 27 tote Blog-Adressen sind aus der Sitemap verschwunden, englische Blogbeiträge werden nicht mehr auf Deutsch ausgeliefert, und der Blog spricht auch in seiner Bedienoberfläche Deutsch, wenn der Text Deutsch ist.
Anschließend haben wir das Ganze nachgemessen, statt es zu glauben: 2.927 Adressen, jeweils zweimal abgerufen — einmal als Browser, einmal als Google —, insgesamt 5.854 Abrufe. Ergebnis: alle in Ordnung, keine einzige Abweichung zwischen dem, was ein Mensch sieht, und dem, was eine Suchmaschine sieht.
Wir haben außerdem angefangen, das Gleiche für KI-Assistenten zu tun: Hörbuch-Auszeichnungen, damit die Frage „wo kann ich X hören?" uns überhaupt finden kann, maschinenlesbare Sprecher- und Wettbewerbsseiten, und eine schlichte Textdatei, die einem Sprachmodell wahrheitsgemäß erklärt, was es hier gibt — vorher stand darin eine Katalogzahl, die um mehr als das Doppelte danebenlag.
Und weil Ehrlichkeit hier mehr wert ist als eine schöne Zahl: Unsere Sichtbarkeit in KI-Antworten liegt heute bei null. Von 15 geprüften Fragen über drei Modelle hinweg wurden wir kein einziges Mal genannt. Das liegt nicht an fehlender Auszeichnung, und es wird sich durch Auszeichnung auch nicht ändern — dafür braucht es Zeit und Menschen, die über uns sprechen. Wir haben in diesen zwei Wochen die Voraussetzungen geschaffen, nicht das Ergebnis.
Reinkommen, loslegen, veröffentlichen
Ein Bündel von Dingen, die alle dieselbe Form haben: Sie sahen aus, als würden sie funktionieren.
- Der Knopf „Anmelden" auf der Altersabfrage tat nichts. Wer ohne Konto eine Geschichte ab 16 öffnete, bekam eine Altersabfrage mit einem Knopf, der auf der Website schlicht wirkungslos war. Jetzt meldet er dich an und bringt dich zurück zu genau der Geschichte, vor der du standest.
- Es gab keine erreichbare Stelle, an der man sein Geburtsdatum eintragen konnte. Wer es versuchte, wurde im Kreis geschickt — und blieb dadurch dauerhaft von allen Geschichten ab 16 ausgesperrt. Das Feld ist jetzt da, wo man es sucht, und der Hinweis im Profil führt auch dorthin.
- Bei der Profil-Vervollständigung haben wir deinen Vornamen geraten und ungefragt gespeichert. Aus dem Anmeldedienst kommt oft ein Anzeigename, den wir am letzten Leerzeichen zerschnitten haben — bei einem einzelnen Nutzernamen oder einer E-Mail-Adresse geht das reihenweise schief. Jetzt siehst du, was wir vorgeschlagen haben, samt Hinweis woher, und kannst es korrigieren, bevor es irgendwo steht.
- Der Knopf „Neue Geschichte" auf „Meine Geschichten" hat vier Monate lang nichts erzeugt. Er wechselte die Ansicht und das war's. Jetzt legt er einen Entwurf an und öffnet den Editor — wie man es erwartet.
- Beim Bearbeiten einer veröffentlichten Geschichte entstand bei jedem Klick eine neue Fassung. Ein Autor hatte dadurch V2, V3 und V4 derselben Geschichte in seinen Entwürfen liegen. Jetzt öffnet „Bearbeiten" die vorhandene Fassung wieder, und die Entwurfsliste sagt dir, was eine Zeile eigentlich ist: „neue Fassung einer veröffentlichten Geschichte" oder „überholt — Fassung N ist bereits online".
- Eine abgelehnte Änderung an einer laufenden Serie meldete „Geschichte nicht gefunden". Also genau das Falsche: Man denkt, etwas ist kaputt, und speichert immer wieder. Jetzt steht dort, welches Feld beanstandet wurde.
Tempo, und ein paar Dinge, die man nicht benennt
Wir haben beim Tempo weitergemacht, wo wir vor zwei Wochen aufgehört haben — diesmal weniger an großen Umbauten, mehr am Ballast. Und der Ballast war beachtlich: Die Startseite hat sich von rund 1,15 MB auf 450 KB verkleinert, also auf etwas mehr als ein Drittel.
- Ein komplettes fremdes Gestaltungs-Framework ist aus der Website verschwunden. Wir haben nachgemessen, wie viel davon überhaupt etwas tat: 30 von 2.775 Regeln. Der Rest war Gewicht, das jede einzelne Seite mitgeschleppt hat, ohne je etwas zu bewirken. Ersetzt durch eine eigene, winzige Grundlage — nachgeprüft auf neun Seiten in zwei Bildschirmbreiten, ohne einen einzigen ungewollten Unterschied.
- Skripte, die niemand sofort braucht, blockieren den Seitenaufbau nicht mehr. Die Statistik startet erst, wenn der Browser Luft hat; der Benachrichtigungsdienst überhaupt erst, wenn ihn jemand braucht — auf der Startseite waren 91 Prozent davon ungenutzt.
- Der Cookie-Hinweis wartete auf zwölf Stylesheets, bevor er überhaupt anfangen durfte — allein dafür standen 580 Millisekunden im Messprotokoll. Er kommt jetzt vorher dran, ohne dass sich an der Reihenfolge der Einwilligung etwas ändert.
- Der zwischengespeicherte Startseiten-Inhalt wird jetzt komprimiert und um alles gekürzt, was die Startseite gar nicht anzeigt. Er war zuletzt der größte einzelne Posten der Seite.
- Cover-Bilder fordern wieder die Größe an, die sie wirklich brauchen, und das erste große Bild der Startseite darf der Browser dauerhaft behalten, statt es stündlich nachzufragen.
Und zwei Ausfälle, die zwischendurch passiert sind und die wir nicht verschweigen wollen: Unser Blog und beide Seitenverzeichnisse waren für kurze Zeit gar nicht erreichbar (ein Fehler in einer Umbauarbeit, die genau diese Seiten besser auffindbar machen sollte), und während einer Auslieferung hat die Startseite knapp vierzehn Minuten lang einen leeren Katalog gezeigt. Beides ist behoben, und für den zweiten Fall gibt es jetzt eine Regel, die verhindert, dass diese Art von Änderung überhaupt noch so ausgeliefert werden kann.
Dazu die Klasse von Kleinigkeiten, die man einzeln nicht erwähnt und in Summe deutlich merkt:
- Im dunklen Modus leuchteten einzelne Flächen hellgrau auf — am sichtbarsten auf der Einnahmen-Seite. Ursache waren 17 Farbnamen, die es gar nicht gibt und die deshalb still auf einen hellen Standardwert zurückfielen. Alle korrigiert.
- Elf Seiten endeten unten bündig mit der Bildschirmkante, ohne jeden Abstand — Startseite, Kategorien, Suche, Autor:innen, Benachrichtigungen, Profil, Favoriten und Downloads. Auch das war ein Name, den es nicht gab.
- Die Seitenleiste am Desktop ist neu sortiert und lässt sich jetzt auf eine schmale Symbolleiste einklappen. Deine Entscheidung wird gemerkt.
- Die Altersangabe auf den Cover-Kacheln ist wieder verschwunden. Sie sah auf den Kacheln einfach nicht gut aus; auf der Seite der Geschichte selbst steht sie natürlich weiter.
- Die Kontakt-Adresse in den Rechtstexten war blanker Text, kein anklickbarer Link. Jetzt öffnet sie das Mailprogramm.
- Der Link auf unsere KI-Leitlinien in den Wettbewerbsregeln führte ins Leere — an fünf Stellen, in beiden Sprachen, auf eine Adresse, die es nie gegeben hat.
- Sprecher:innen, die ihren Einladungslink ein zweites Mal öffneten, sahen eine Fehlerseite. Der Link verbrauchte sich beim Annehmen restlos, so dass die Seite danach nichts mehr finden konnte. Jetzt steht dort schlicht: „Du hast diese Einladung bereits angenommen."
- Moderator:innen können sich das gemeldete Objekt jetzt ansehen. Vorher gab es in der Meldungsliste drei Knöpfe — alle drei Entscheidungen, keiner davon ein Blick auf das, worüber entschieden wird.
KI, offen ausgewiesen
Seit Anfang August gilt in Europa eine Kennzeichnungspflicht für KI-erzeugte Inhalte. Wir haben das zum Anlass genommen, nicht nur das Nötige zu tun, sondern konsequent zu sein:
- Jedes KI-erzeugte Bild trägt eine maschinenlesbare Kennzeichnung, unabhängig davon, in welchem unserer Werkzeuge es entstanden ist — Cover, Kategorie-Motive, Bilder in unseren E-Mails. Der Hinweis wird immer ganz zuletzt eingebettet, weil er sonst bei der Größenanpassung wieder verloren gehen würde.
- Vorlese-Stimmen, KI-Cover und der Schreibassistent sagen dir jetzt sichtbar, dass sie KI sind — an der Stelle, an der du sie benutzt, nicht nur irgendwo im Kleingedruckten.
- Und einer, der uns geärgert hat: Auf Facebook wurden Geschichten von Menschen als „KI-Inhalt" gekennzeichnet. Der Grund war eine Kennzeichnung, die sich auf das Titelbild bezieht — bei uns oft KI-generiert — und die Facebook auf den ganzen Beitrag bezog. Für eine Autorin, die ihren Text selbst geschrieben hat, ist das schlicht eine falsche Behauptung über ihre Arbeit. Ist behoben.
Und eine Korrektur: aus den Schreibimpulsen wurden E-Mails
Vor zwei Wochen haben wir hier die Schreibimpulse angekündigt: täglich ein Anstoß zum Schreiben, hergeleitet aus dem, was an diesem Tag kulturell passiert — als eigene Seiten unter /prompts/….
Die Seiten gibt es nicht mehr, und das ist Absicht.
Beim Lesen dessen, was da tatsächlich entstand, ist eine einfache Sache klar geworden: Der Impuls ist eine Einladung, kein Zielort. Niemand geht auf eine Website, um sich eine Schreibaufgabe abzuholen — aber viele lesen gerne eine kurze Mail, die sie an einem Dienstagmorgen daran erinnert, dass sie etwas anfangen wollten. Eine eigene Seite dafür zu bauen hätte bedeutet, unseren Katalog mit maschinengeschriebenen Texten zu verwässern. Das wollen wir nicht: Was auf OutaStory steht, sollen Menschen geschrieben haben.
Der Impuls kommt also künftig dorthin, wo er hingehört — in den Posteingang, mit dem Titelbild, dem Anstoß und einem Knopf, der dir direkt einen leeren Entwurf im Editor öffnet. Höchstens einmal pro Woche und Person, passend zu dem, was du ohnehin gerne liest, jederzeit abbestellbar, und selbstverständlich als KI-Text gekennzeichnet. Die Herleitung dahinter ist inzwischen von Anfang bis Ende geprüft — vorher hatte sie, das gehört zur Wahrheit dazu, noch keinen einzigen brauchbaren Impuls erzeugt.
Und die inhaltliche Grenze bleibt, wie sie war: Es geht immer um deine Geschichte. Der Anlass liefert Stimmung und Moment — nie die Figuren einer anderen.
Zahlen zum Stand
- Sechs Plattformen — Web, iPhone & iPad, Mac, Android, Windows und Fire-Tablets. Samsung Galaxy Store und Uptodown zusätzlich für alle, die Android ohne Google nutzen.
- Über 9.000 Geschichten im Katalog, deutsch und englisch, viele mit Hörfassung.
- 7.448 Geschichten, die über die Kategorien wieder erreichbar sind.
- 713 Kategorien in 25 Hauptregalen, durchgehend zweisprachig benannt und beschrieben.
- 5.854 Abrufe zur Nachprüfung unserer Seiten — als Browser und als Suchmaschine, mit identischem Ergebnis.
- Zwei Wochen, in denen Push-Nachrichten von „nie" auf „auf beiden Systemen nachgewiesen" gesprungen sind.
- Fünf Hinweise von Leser:innen und Autor:innen, aus denen mehr als ein Dutzend behobener Fehler geworden sind.
Was als nächstes kommt
Erstens: die Schreibimpulse per Mail. Die Strecke steht und ist geprüft; jetzt geht es darum, dass die erste Mail, die rausgeht, auch wirklich gut ist. Wir lesen weiter mit, bevor irgendjemand sie bekommt.
Zweitens: der erste tatsächlich ausgezahlte Euro aus Werbung. Die Leitung ist repariert, an jeder der Stellen, die wir gefunden haben. Was jetzt fehlt, ist ein Monatsabschluss, der von Anfang bis Ende durchläuft und in einem Autorenkonto landet. Darüber berichten wir, wenn es passiert ist — nicht vorher.
Drittens: sichtbar werden. Wir haben zwei Wochen daran gearbeitet, dass man uns finden kann. Ob man uns findet, entscheidet sich in den nächsten Wochen, und das messen wir gegen die Ausgangswerte, die wir vorher aufgeschrieben haben.
Zum Schluss dasselbe wie beim letzten Mal, nur diesmal mit noch mehr Nachdruck: Erzähl uns, was komisch aussieht. Der kaputte Seitenwechsel, die falsche Folge, die nicht löschbare Benachrichtigung, die blockierte Altersfreigabe — das waren alles Mails von Leserinnen und Lesern. Keiner dieser Fehler hat je eine Fehlermeldung erzeugt. Sie waren still. Ihr wart es nicht, und deshalb sind sie jetzt weg.
Danke fürs Lesen, fürs Schreiben und fürs Hinschauen.
