Zwei Wochen statt einer, und ein anderer Charakter als beim letzten Mal. Die letzte Ausgabe hatte zwei große neue Dinge, die man sofort sieht. Diese hat vor allem Dinge, die man nicht sieht — die aber jeden Tag darüber entscheiden, ob OutaStory sich richtig anfühlt: eine Rechtschreibprüfung, die einen Monat lang still war und jetzt in einem Wimpernschlag antwortet. Empfehlungen, die dir nichts mehr vorschlagen, was du gar nicht öffnen darfst. Eine Suche, die keine Geister mehr zeigt. Und eine Post an 778 Autorinnen und Autoren, die heute rausgegangen ist — mit einer Panne, die wir dir nicht verschweigen.
Die vier Sätze, um die es geht:
- Die Rechtschreib- und Grammatikprüfung im Editor ist zurück. Sie war seit Mitte August ohne Fehlermeldung ausgefallen — und danach so langsam, dass sie sich wie ausgefallen anfühlte. Jetzt antwortet sie in 40 bis 150 Millisekunden.
- Empfehlungen respektieren dein Alter und wiederholen sich nicht. Die Rails „Das könnte dir gefallen“ und „Leser:innen mochten auch“ zeigen nur noch, was du auch öffnen kannst.
- Heute haben wir 778 Autor:innen der ersten OutaStory-Generation angeschrieben. Wer eine Mail von uns bekommen hat, findet unten, warum.
- Für Autor:innen zählt jetzt jede Premium-Lesezeit — egal, ob das Abo im Web, im App Store, bei Google Play oder bei Amazon abgeschlossen wurde.
Die Prüfung, die einen Monat lang still war
Wenn du im Editor schreibst, läuft im Hintergrund eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung mit — auf Deutsch und Englisch, ohne dass dein Text unser Haus verlässt. Sie unterstreicht, was ihr auffällt, und du entscheidest, ob sie recht hat. Das ist eine dieser Funktionen, die niemand bemerkt, solange sie da ist.
Sie war nicht da. Seit Mitte August hat sie auf keine einzige echte Anfrage mehr geantwortet. Der Dienst dahinter, ein eigener kleiner Server nur für diese Prüfung, war mit dem Speicher ausgestattet, der für die Testdaten reichte — und beim ersten richtigen deutschen Text ist ihm die Luft ausgegangen. Er hat das nicht gemeldet. Er hat nur nicht geantwortet, und der Editor hat brav „Prüfung gerade nicht verfügbar“ gezeigt. Wir haben es gefunden, weil jemand aus dem Team beim Schreiben stutzig wurde, nicht weil irgendein Alarm losging.
Der erste Reparaturversuch machte es schlimmer, und das gehört hierher: Mit genug Speicher lief der Dienst zwar, aber die erste Prüfung nach jedem Neustart dauerte 28 bis 43 Sekunden — weil er die deutsche Sprache erst lädt, wenn zum ersten Mal jemand deutsch schreibt. Und da der Editor nach zehn Sekunden aufgibt, sah es für dich exakt so aus wie vorher. Der Dienst hat sich außerdem selbst als „bereit“ gemeldet, lange bevor er es war.
Jetzt lädt er Deutsch und Englisch beim Start vor, meldet sich erst dann als bereit, wenn beide Sprachen wirklich im Speicher sind, und behält einmal gebaute Prüfpipelines im Cache statt sie bei jeder Anfrage neu zu bauen. Gemessen im laufenden Betrieb: 40 bis 150 Millisekunden pro Prüfung. Einzige Einschränkung, und wir nennen sie lieber, als dass du sie selbst entdeckst: Nach einer neuen Version kann die allererste Prüfung mit einem echten Tippfehler einmalig fünf bis acht Sekunden dauern, weil auch die Vorschlagsdaten beim ersten Mal geladen werden. Danach ist es schnell. Das ist eine bewusste Entscheidung — sie ist billiger als ein weiterer Server, der nur für diesen einen Moment vorgehalten würde.
Zwei Kleinigkeiten aus demselben Umfeld: Wenn du schnell tippst, hat der Editor die vorige Prüfung abgebrochen, um die neue zu starten — und dieser Abbruch wurde als Fehler gezählt, was den Dienst in unseren Augen kränker aussehen ließ, als er war. Und Fehlermeldungen im ganzen Produkt waren grün. „Prüfung nicht verfügbar“, „Folgen fehlgeschlagen“, „Konnte nicht gespeichert werden“ — alle mit demselben freundlichen grünen Rand wie „Gespeichert!“. Es gab sogar einen eigenen Fehlertyp dafür; er hatte nur nie eine Farbe bekommen. Fehler sind jetzt rot, und das war überfällig.
Post an 778 Autor:innen
OutaStory hatte eine erste Generation. Autorinnen und Autoren, die vor Jahren bei der Vorgängerplattform veröffentlicht haben und deren Adressen wir mit Einverständnis übernommen haben. Heute, am 17. September, haben wir 778 von ihnen geschrieben: Deine Geschichte hat Leser verdient — und du das Geld dafür. Was in der Mail steht, steht auch hier: Veröffentlichen ist kostenlos, alle Rechte bleiben bei dir, 55 Prozent der Werbeeinnahmen deiner Geschichten gehen an dich, jede Geschichte wird auf Wunsch vertont, und Eiko beantwortet Fragen persönlich.
Ehrlich dazu, weil es die erste große Aussendung war und weil wir es versprochen haben: Sie ist beim 124. Empfänger stehen geblieben. Der Versand lief in einem einzigen langen Aufruf, und der wurde nach zehn Sekunden von der Leitung gekappt — von einer Sicherung, die für kurze Aufrufe gedacht ist und für diesen einen nicht galt. Zwanzig Minuten später lief er weiter, dort, wo er aufgehört hatte, ohne dass jemand die Mail doppelt bekommen hätte. Dass er wiederaufnehmbar war, hatten wir vorher gebaut; dass er abbricht, hatten wir nicht getestet, weil jede Test-Aussendung bislang fünf Empfänger hatte. Beides ist repariert: Der Versand läuft jetzt unabhängig von der Leitung, die ihn auslöst, und ein Versand, der aus welchem Grund auch immer stockt, lässt sich mit einem Klick fortsetzen.
Einen Tag vorher wäre die Mail noch mit toten Links rausgegangen — jeder Link, das Abmelden und die Öffnungsmessung zeigten auf die falsche Adresse. Das haben wir beim Testversand an uns selbst gesehen, nicht ihr. Und die Story-Karten in einer deutschen Kampagne trugen einen englischen „Read →“-Knopf. Auch das ist raus.
Wenn du eine dieser Mails bekommen hast und nichts davon willst: Der Abmeldelink unten funktioniert, und wir schreiben dich danach nicht wieder an.
Empfehlungen, die zu dir passen
Auf der Startseite und unter jeder Geschichte schlagen wir dir weitere vor. Diese Vorschläge hatten zwei Fehler, die sich gegenseitig verdeckt haben.
Der erste: Sie kannten dein Alter nicht. Wer nicht angemeldet ist, sieht auf OutaStory keine Geschichten ab 16 — das gilt auf jeder Katalogseite. Die Empfehlungsleiste wusste davon nichts. Sie hat einer nicht angemeldeten Besucherin Geschichten vorgeschlagen, die sie beim Klick nicht öffnen konnte; in unserer Messung waren es fünf von zehn. Und dieselbe Geschichte konnte zweimal in einer Leiste auftauchen, weil zwei Fassungen derselben Erzählung getrennt gezählt wurden. Beides ist behoben. Die Altersgrenze ist jetzt an jeder Stelle Pflicht, an der Empfehlungen gerechnet werden — sie kann nicht mehr vergessen werden, weil der Code ohne sie nicht mehr läuft.
Der zweite Fehler war leiser: Die Beliebtheitsleisten haben erst die beliebtesten Geschichten gewählt und danach geprüft, ob du sie sehen darfst. Das ergibt kurze Leisten mit Lücken. Jetzt wird zuerst gefiltert, dann sortiert.
In denselben Tagen haben wir eine Reihe von Katalog-Stellen an einen Schalter gebunden, der bislang nur einen Teil des Katalogs steuerte: Die gemeinfreien Klassiker sind vorübergehend aus dem öffentlichen Katalog genommen, während wir Startseite, Empfehlungen, Suche und die Autor:innen-Übersicht auf die Geschichten unserer eigenen Autor:innen ausrichten. Vorher konnte es passieren, dass eine Karte auftauchte, die beim Klick ins Leere führte — in der Audio-Leiste, in der persönlichen Startseite, in der Suche, in den Newsletter-Vorschlägen. Jetzt gilt an allen Stellen dasselbe. Die Klassiker sind nicht weg; sie kommen zurück.
Eine Suche ohne Geister
Wer in den letzten Wochen nach „Franz Kafka“ gesucht hat, bekam einen Treffer — und beim Klick eine leere Seite. Der Suchindex hing hinter dem Katalog zurück, und der Grund war unangenehm einfach: Kein vollständiger Neuaufbau des Index war je zu Ende gelaufen. Er lief im Rahmen einer Anfrage aus der Verwaltung, und sobald die Verwaltungsseite sich weiterbewegte, wurde er mitten im Durchlauf abgebrochen. Das ist dieselbe Fehlerform wie bei der Aussendung oben, nur zwei Wochen früher gefunden.
Der Neuaufbau läuft jetzt losgelöst von dem, der ihn anstößt, mit einer Sperre, damit nicht zwei gleichzeitig laufen, und mit einem Fortschritt, den man nachsehen kann. Der erste vollständige Durchlauf ist am 15. September durchgegangen: 2.397 von 2.397 Autor:innen. Seither zeigt die Suche, was es gibt.
Für Autor:innen: jede Premium-Lesezeit zählt, und Google-Anzeigen haben jetzt einen Preis
Beim letzten Mal stand hier, dass die Lesezeit von Premium-Mitgliedern jetzt der Autorin oder dem Autor zugerechnet wird, deren Geschichte gelesen wurde. Das stimmte — für Abos, die im Web abgeschlossen wurden. Abos aus dem App Store, von Google Play und aus dem Amazon Appstore haben Premium freigeschaltet, aber nichts in die Beteiligung gebucht. Der Kauf war da, die Zuordnung fehlte. Das ist nachgezogen: Jeder Abo-Weg bucht jetzt in dasselbe Buch, und eine doppelt zugestellte Bestätigung des Stores kann keinen Zeitraum doppelt buchen.
Und ein Schritt, der unspektakulär klingt und wichtig ist: Anzeigen von Google haben jetzt einen gemessenen Wert. Bis dahin wurde jede Google-Einblendung auf deinen Geschichten zwar gezählt, aber ohne Betrag — weil wir keinen erfundenen Wert in eine Abrechnung schreiben wollten, die sich nicht rückgängig machen lässt. Der Wert ist jetzt aus den echten Auszahlungsdaten der letzten Wochen gemessen und wird monatlich neu gemessen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die erste Abrechnung von vorne bis hinten durchläuft. Sie steht weiterhin aus, und wir berichten, wenn sie passiert ist.
Dazu ein Fund, den wir lieber selbst nennen: In unserer Datenbank trugen elf Konten ein Premium, das nie jemand bezahlt hat — Testdaten aus der Entwicklung, die eine echte Freischaltung ausgelöst haben. Niemand hat dadurch etwas verloren; es waren unsere eigenen Testkonten. Aber es war falsch. Die Bereinigung ist vorbereitet und wird kontrolliert ausgeführt, nicht nebenbei.
In den Apps
- Ein Premium-Kauf auf dem Fire-Tablet konnte verloren gehen. Wer direkt nach dem Start der App gekauft hat, war für einen Moment noch nicht bei uns angemeldet, während die App den Kauf schon einlösen wollte — und der Kauf blieb liegen. Er wird jetzt in der richtigen Reihenfolge eingelöst und einmal wiederholt, wenn die Anmeldung noch nicht durch war. Eine Person hatte genau das erlebt; das Abo ist inzwischen aktiv.
- Die Tour ließ sich nicht anklicken. Die Führung, die wir beim letzten Mal vorgestellt haben, hat auf sechs Seiten genau das Element hervorgehoben, um das es ging — und dann den Klick darauf abgefangen. Der Kegel Licht war nur Malerei; unter ihm lag weiter die dunkle Scheibe. Behoben, auf allen Plattformen.
- Beim Anmelden ging das Häkchen verloren. Wer auf der Registrierungsseite schnell war und die Nutzungsbedingungen abgehakt hat, bevor die Seite ganz geladen war, bekam anschließend die Meldung, er habe sie nicht akzeptiert — mit sichtbar gesetztem Häkchen. Das passierte bei jeder Neuanmeldung, die schneller war als die Seite. Der Klick kommt jetzt an, egal wie schnell du bist.
- Werbung in der Android-App gab es nie. Wer beim allerersten Start die Einwilligungsabfrage nicht zu sehen bekam — zum Beispiel wegen einer wackligen Verbindung —, dessen Installation hat sich dauerhaft als „keine Werbung“ gemerkt. Wir schreiben das hier, weil es für Autor:innen relevant ist: Es gab in der Android-App schlicht keine Einblendungen, die man hätte beteiligen können. Die Abfrage wird jetzt so lange wiederholt, bis sie einmal wirklich stattgefunden hat.
- Auf Fire-Tablets meldete die App einen Fehler, der keiner war. Der Einwilligungsdienst von Google existiert auf Amazons Geräten nicht; die App hat das als Störung gemeldet, statt es als Normalzustand zu behandeln. Ruhe im Protokoll, keine Änderung für dich.
- Neu in den Stores: Version 1.9.25 ist bei Apple für iPhone und iPad freigegeben; Android bei Google Play, im Amazon Appstore, im Galaxy Store und bei Uptodown liegt auf 1.9.28. Mac und Windows folgen mit der nächsten Runde. Die Hinweise auf neue Versionen in der App kommen wieder an und erst dann, wenn der jeweilige Store die neue Fassung tatsächlich hat.
Newsletter, die dein Alter kennen
Der tägliche und der wöchentliche Newsletter wählen Geschichten für dich aus. Bis vor Kurzem konnte eine 14-jährige Abonnentin darin eine Geschichte ab 18 empfohlen bekommen — deren Link dann ins Leere führte, weil die Seite sie zu Recht nicht gezeigt hat. Ein Vorschlag, der beim Klick verschwindet, ist der schlechteste Vorschlag. Die Auswahl richtet sich jetzt nach dem Alter, das du uns genannt hast. Und die tägliche Push-Nachricht, die alle Geräte ohne Anmeldung bekommen, wird nach derselben Regel ausgewählt wie die öffentliche Startseite — nicht mehr nach dem Alter der ersten Person in der Liste.
Außerdem: Der Newsletter-Bereich in der Verwaltung sperrt Adressen, die dauerhaft nicht erreichbar sind. Ein Konto, das nur bei unserem Anmeldedienst existierte und noch nie ein Profil angelegt hatte, fiel dabei durch — darunter, peinlich genug, das Prüfkonto, mit dem Google Play unsere App testet. Es war seit April gesperrt. Beides ist korrigiert.
Transparenz: KI, Aufbewahrung, Team
- Die Seite über KI bei OutaStory ist neu geschrieben. Sie enthielt eine Behauptung, die nicht stimmte — dass KI unser Ranking bestimme — und sie nannte nicht alle, die bei der Vertonung und beim Assistenten beteiligt sind. Jetzt steht dort, welche Dienste hinter welcher Funktion stehen, namentlich. Und Geschichten, die als KI-generiert gekennzeichnet sind, tragen diese Kennzeichnung ab sofort auch maschinenlesbar in der Seite, damit Suchmaschinen und KI-Assistenten sie genauso sehen wie du.
- Unsere Datenschutzerklärung nannte eine Aufbewahrungsfrist für Server-Protokolle, die niemand eingehalten hat. Dort stand „maximal 10 Tage“; gemessen waren es 30 beziehungsweise 90. Wir haben den Text korrigiert statt die Protokolle zu kürzen — genau diese Protokolle sind es, mit denen wir stille Ausfälle wie den bei der Rechtschreibprüfung überhaupt finden. Die Erklärung nennt jetzt die tatsächlichen Höchstdauern, und auch die Frist für Anmeldeprotokolle ist als Höchstdauer formuliert statt als Zahl, die vom gebuchten Tarif abhängt.
- Die Team-Seite hat ihre Links wieder richtig — sie waren nach dem Umbau als nackte Aufzählung gerendert worden — und die Rechtsposition zu KI-Kennzeichnung und Minderjährigen ist mit Datum dokumentiert.
Zahlen zum Stand
- Zwölf Versionen in zwei Wochen — von 1.9.19 bis 1.9.30. Nicht jede davon hat alles erreicht, was sie sollte; zwei sind an Tests gescheitert, bevor sie überhaupt etwas ausliefern konnten, und das ist genau ihr Zweck.
- 778 Autor:innen angeschrieben, 765 zugestellt, 12 Adressen nicht mehr gültig.
- 40 bis 150 Millisekunden pro Rechtschreibprüfung, vorher 28 bis 43 Sekunden — oder gar nicht.
- 2.397 von 2.397 Autor:innen im Suchindex, nach dem ersten vollständigen Neuaufbau, der je zu Ende gelaufen ist.
- Sechs Plattformen, unverändert: Web, iPhone & iPad, Mac, Android, Windows und Fire-Tablets, dazu Galaxy Store und Uptodown.
- Null Euro ausgezahlt — unverändert, und weiterhin der Satz, der uns am meisten treibt.
Was als Nächstes kommt
Erstens: Reichweite. OutaStory hat mehr gute Geschichten als Menschen, die sie lesen. Die kommenden Wochen drehen sich darum, das zu ändern — sichtbar, messbar und mit einer Idee, die Autor:innen und Leser:innen zusammenbringt. Mehr dazu bald, nicht vorher.
Zweitens: der erste ausgezahlte Euro. Der letzte Baustein — der gemessene Wert für Google-Anzeigen — ist gesetzt. Was fehlt, ist ein Monatsabschluss, der durchläuft. Wir berichten, wenn er durch ist.
Drittens: Gesichter auf die Teamseite und die Schreibimpulse per Mail. Beides unverändert in Arbeit, beides bewusst nicht überstürzt.
Und wie immer: Erzähl uns, was komisch aussieht. Die stille Rechtschreibprüfung, die Tour, die sich nicht klicken ließ, der verlorene Kauf auf dem Fire-Tablet — nichts davon hat eine Fehlermeldung erzeugt. Alles davon hat ein Mensch bemerkt. Danke dafür.
Danke fürs Lesen, fürs Schreiben und fürs Hinschauen.
