About this Story
Morde im Netz der Zukunft – Verbrechen zwischen Mensch und Maschine. Deutschland im Jahr 2049: Männer werden brutal ermordet – ihre letzte Spur führt zu virtuellen Dates mit makellosen Schönheiten. Kommissarin Melanie Winter stößt auf eine Täterin, die mit Hightech-Kosmetik ihre Identität verschleiert und ihre Opfer gezielt auswählt. Doch die Serie ist nur der Anfang. Von manipulierten Gleichgewichtsorganen über Androiden-Doppelgänger bis hin zu einer KI, die ganze Handelsrouten bedroht – immer wieder sieht sich Winter mit Verbrechen konfrontiert, die nur im Zusammenspiel von Mensch, Technologie und Macht möglich sind. Als Profilerin, IT-Expertin und schließlich Teil der KI-Reaktionstruppe von Interpol kämpft sie an der Frontlinie einer Welt, in der Grenzen zwischen real und virtuell, menschlich und künstlich immer mehr verschwimmen. Ein packender Thriller voller Visionen, Rätsel und Abgründe – und die Frage, wie viel Menschlichkeit bleibt, wenn künstliche Intelligenz zur größten Gefahr wird.
2049
Er stand vor seinem Dermacolator und konnte sich nicht entscheiden. »Süßes Kätzchen sucht geilen Kater«, hatte es in der PM geheißen, und das Holo hatte eine junge Frau gezeigt, deren Körper ganz mit weißem Katzenfell bedeckt war, nur die Nippel stachen rosa hervor – und unten konnte er einen dreieckigen Schatten erahnen.
Seinem Profil hatte sie sicher entnommen, dass er üblicherweise als Kater herumlief, doch sollte er sich ihr nun als Tiger, Löwe, Leopard oder Gepard nähern?
Schließlich entschied er sich für den Kontrast.
Die Leiche war übel zugerichtet. Kommissar Mayer konnte nicht erkennen, ob sich unter dem schwarzen Pantherfell ein Mann oder eine Frau verbarg, so sehr war das Gesicht verwüstet worden. Vorsichtig hob er die Plastikdecke an, die den Unterleib bedeckte.
»Ein stadtbekannter Playboy«, bestätigte einen Moment später Kommissarin Melanie Winter seine erste Einschätzung; die körperlichen Attribute dieses Herren waren sicher Ergebnis einer Superior-OP. »Seinem Web-Profil nach hat er sich regelmäßig mit Damen der besseren Gesellschaft getroffen, die wie er auf heiße Nächte standen. Die letzte war eine weiße Katze. Ihr Profil ist absolut professionell verschleiert, an die kommen wir nicht ran.«
»Lieber Kommissar Mayer, es ist uns eine Ehre, dass Sie live in unserem Celebrity-Channel über die Serienmorde berichten wollen, wo sie doch dafür bekannt sind, diePresse sonst zu meiden.«
»Presse ... nun ja. Es ist uns wichtig, die männliche Bevölkerung zu warnen, und die männliche Zielgruppe unserer Mörderin deckt sich ziemlich gut mit der Ihres Kanals ... Wir haben in den letzten zwei Jahren, also seit 2047, 24 Morde verzeichnet, einer bestialischer als der andere, und die Opfer waren immer Männer, die sich regelmäßig mit Frauen trafen.«
»Sollen denn nun alle Dates aufhören? Dürfen wir uns keine heißen Nächte mehr gönnen?«
»Nein, meine Liebe, so ist das nicht gemeint, und Sie als Transsexuelle sind sowieso nicht betroffen. Die Mörderin hat es nur auf Hetero-Männer abgesehen, die eher für ihre, nun sagen wir mal, Frauenverachtung bekannt waren oder dafür, Frauen auszunutzen oder zu misshandeln; wer nicht in diese Kategorie fällt, hat nichts zu befürchten. Solche Männer aber ...«
»Aber wie geht sie denn nun vor? Was sollen die potenziellen Opfer beachten?«
»Sie nutzt stets die neueste Mode und aktuellen Techniken der Kosmetikindustrie. Als es in war, die Haut mit Mustern bekannter Gemälde zu verzieren, machte sie die Männer mit ähnlichen Mustern an. Das erste Opfer stand auf Impressionismus, sie hatte ihre Haut mit Motiven aus ›Impression – soleil levant‹ von Claude Monet bedeckt. Der zweite Mann mochte van Gogh und trug Sonnenblumen auf der Haut, sie köderte ihn mit dem ›Kornfeld mit Krähen‹. Und so ging es weiter. Seit es Mode ist, sich das Fell von Tieren auf die Haut zu applizieren, lockt sie die Männer mit weiblichen Tierschönheiten. Zuletzt verführte sie als weiße Katze einen Playboy, der dafür bekannt war, stets als Kater einer Großkatzenart unterwegs zu sein.«
»Und Sie haben keine Ahnung, wer sie ist?«
»Wie denn? Die neuen Beauty-Techniken ermöglichen ja nicht nur, die menschliche Oberfläche nach Belieben zu

Sign in to join the conversation.
Be the first to leave a comment.