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Chapter

Was In Der Schachtel War

Esme und ihre Mutter öffneten die Schachtel zusammen, an jenem Abend, am Küchentisch zu Hause. Sie taten es vorsichtig, so wie man etwas Zerbrechliches öffnet. Drinnen waren nicht viele Dinge. Es waren: — ein kleines, ledergebundenes Notizbuch mit einem Tagebuch in winziger deutscher Handschrift, geführt mit Füller und Bleistift — drei Briefe, in unterschiedlichen Handschriften, mit Poststempeln zwischen 1945 und 1947 — eine kleine flache Blechdose, etwa so groß wie eine Hand, die sich als Behältnis für eine Kinderzeichnung auf einem gefalteten Stück Papier herausstellte, datiert auf 1944 — eine gedruckte Broschüre eines Holocaust-Gedenkmuseums, mit einer markierten Seite — ein einziges Foto: zwei Mädchen von etwa dreizehn Jahren, in hellen Mänteln, neben einer Holztür stehend — eine Liste in Helgas erwachsener Handschrift mit sieben Namen. Sechs der Namen hatten ein kleines Kreuz daneben. Der siebte — *Lotte Kaufmann* — nicht. Esmes Mutter erklärte, was sie wusste, langsam, während sie die Gegenstände durchgingen. Helga war eine von zwei Schwestern gewesen — Helga und Anna —, die Anfang 1944 mit ihren Eltern aus Berlin nach Theresienstadt gebracht worden waren. Theresienstadt sei, sagte Esmes Mutter vorsichtig, ein Durchgangslager gewesen; viele dorthin Gebrachte seien in Lager weiterverschleppt worden, in denen sie ermordet wurden. Helga und Anna seien sehr

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