Eine Schachtel Mit Einem Seltsamen Namen
Esme war vierzehn in dem Sommer, als ihre Großmutter starb.
Sie hatte ihre Großmutter mit jener besonderen Heftigkeit geliebt, die nur Enkelinnen geben. Ihre Großmutter — Helga, siebenundachtzig, scharfäugig und leise sprechend — war die zentrale Säule der Familie gewesen. Die Beerdigung war die erste richtige Beerdigung, bei der Esme gewesen war. Sie hatte in der Öffentlichkeit nicht geweint. Sie hatte den größten Teil der Nacht davor allein in ihrem Zimmer geweint, auf eine Art, die ihre Mutter nicht unterbrochen hatte.
Zwei Wochen nach der Beerdigung begannen Esmes Mutter und ihre Tante, Helgas kleine Wohnung auszuräumen. Die Wohnung war in einem hohen Mietshaus, mit einem ordentlichen Wohnzimmer, einer Küche, die nach Kardamom und Lorbeer roch, einem Schlafzimmer, dessen Bücher seit sechzig Jahren in derselben sorgfältigen Ordnung gestanden hatten, und einem kleinen Abstellschrank am Ende des Flurs.
Esme kam mit, um zu helfen. Sie war froh darüber. Sie hatte bis zu jenem Sommer nicht verstanden, was *jemandes Wohnung ausräumen* emotional bedeutete. Bis Mittag wusste sie es. Es bedeutete, das Leben eines Menschen rückwärts durchzugehen, Gegenstände zu halten, die der Mensch geliebt hatte, und zu entscheiden, was zu behalten, was zu spenden, was wegzuwerfen sei. Es bedeutete, sehr schnell tausend kleine Entscheidungen für einen Menschen zu treffen, der nicht mehr mitreden