Ein Licht In Einem Leeren Haus
Nummer 14 stand seit zwei Jahren leer.
Es hatte davor der alten Frau Vogel gehört, die im November 2042 friedlich im Schlaf gestorben war. Frau Vogel hatte keine Kinder gehabt. Ihr Testament war — Pim hatte es vage gehört — *kompliziert* gewesen. Das Haus war in etwas mit Cousins in einem anderen Land verstrickt geworden. Die Cousins waren in zwei Jahren nicht ins Dorf gekommen. Das Haus stand dunkel und verschlossen, mit einem *zu verkaufen (Erbe)*-Schild im Vorgarten, das niemand ernst nahm, weil niemand ein Haus kaufen konnte, dessen richtigen Cousin man nicht ansprechen konnte.
Das Dorf hatte sich in jenen zwei Jahren einfach an die dunklen Fenster gewöhnt.
Pim war dreizehn. Sein Schlafzimmerfenster blickte über die schmale Gasse auf das Obergeschoss von Nummer 14. Er hatte diesen Blick sein ganzes Leben gehabt. Er hatte Frau Vogels Vorhänge jeden Morgen angesehen, so lange er denken konnte. Die Vorhänge waren nach ihrem Tod in ihrer letzten Position geblieben — halb zugezogen, verblasst, mit einem kleinen Schmuckstück mit drei Porzellanvögeln auf der Fensterbank dahinter.
Anfang November bemerkte Pim etwas.
Im Obergeschoss von Nummer 14, im vorderen Schlafzimmer, brannte Licht.
Es war, als er es zum ersten Mal bemerkte, kurz nach neun an einem Sonntagabend. Er hatte gerade Mathehausaufgaben gemacht. Er hatte aufgesehen. Das Fenster gegenüber — Frau Vogels altes