Kapitel 20 – Was ein Nein trägt
Am Samstag um halb acht legte Mara zwei belegte Brote neben Ennas Tafel. Eins war für sie selbst. Bei dem anderen fragte sie nach den Zutaten, bevor sie es als Gastgeschenk in einen neuen Streit verwandelte.
Enna prüfte, nahm es an und nannte keine Frist.
»Zum Essen«, sagte sie. »Das kann ich heute abschließen.«
Mara setzte sich. Sie hatte einige Stunden im eigenen Bett geschlafen, die Tür offen, damit Linn sie auf dem Weg zum Bad sehen konnte. Linn hatte sie nicht geweckt. Beim Frühstück hatte Mara gesagt, dass sie nach einer Rückweisung suchte, und hinzugefügt, dass sie damit die falschen Zuordnungen meinte. Linn hatte nur gefragt, wann die Nachbarin kam. Das war die einzige Zusage, die Mara an diesem Morgen schon hatte halten können.
Im Depot stand Senns Angebot ausgedruckt am Rand des Tisches. Mara hatte es noch nicht angenommen. Sie hatte es auch nicht zurückgeschickt. Daneben lagen ein Tagesplan für die fremden Pflichten und drei Vorgänge, deren örtliche Versorgung inzwischen quittiert war. Jeder Abschluss brauchte noch Prüfung. Kein Morgen begann wieder bei null.
Enna löste den Archivträger von ihrem Band. Sie hatte die Hülle auf der ganzen Reise am Körper behalten. Jetzt legte sie sie offen auf den Tisch, verband den Träger mit der Tafel und ließ die Beglaubigung aus Serev anzeigen. Herkunft und Prüfsumme stimmten. Alle Schichten waren hier. Niemand im