Kapitel 18 – Zwei Stunden frei
Auf dem Hof hatte es zu regnen begonnen. Mara sah die dunklen Punkte auf dem Beton und erinnerte sich daran, dass ihr Fahrrad seit Mittwoch am Depot stand. Der Sattel würde nass sein. Für diesen Missstand besaß sie keine Zuständigkeit außerhalb ihrer selbst, und er kam ihr fast erholsam vor.
Sie rief Linn noch einmal an. Niemand nahm ab. Mara legte das Telefon mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch und ging in die Halle.
Die Wagen standen ordentlich. Wo vorhin drei Behälter einander den Weg versperrt hatten, war jetzt ein breiter Streifen Boden zu sehen. Die öffentliche Lastanzeige vom letzten Update zeigte 14.200 Einheiten, 71 Prozent. Mara konnte die Fußzeile aus der Tür nicht lesen. Sie wusste, was dort stand. Trotzdem ging sie zunächst leichter.
Ein Mann aus der Spätschicht gab ihr vier Laufzettel.
»Für die hier brauchen wir Namen. Sonst stehen sie morgen noch.«
»Die Namen suche ich gerade.«
»Da steht schon Ihrer.«
Er sagte es ohne Vorwurf und sah darum auch nicht, wie Mara darauf reagierte. Sie zog den ersten Zettel hervor. Werkzeugausgabe, ein fremdes Luftsystem, zwei Prüfrollen. Die Fracht war angekommen. Was zu tun blieb, passte nicht auf den Hubwagen.
Mara suchte die früher vorgeschlagenen Fachstellen. Zwei Rollen hatten noch keine örtliche Zusage, eine war inzwischen vor Ort versorgt, ohne dass Maras neue Annahme damit einfach endete. Sie musste