Kapitel 11 – Neunzehn Stunden
Um halb acht gab Mara die Schlafrolle zurück. Sie hatte den Abdruck einer Naht im Gesicht und wusste nicht, ob sie aus Höflichkeit ebenfalls eine Folge nennen musste.
Die Archivarin nahm ihr die Rolle ab und wies auf das Frühstück. Enna hatte zwei Plätze freigehalten. An ihrem Band hing die Kopie aus dem Archiv, trocken und fest verpackt. Mara prüfte aus Gewohnheit den Verschluss. Enna ließ sie gewähren.
»Sie ist noch da«, sagte sie.
»Ich weiß. Bei uns zählt das als Zuneigung zu einer wichtigen Akte.«
»Dann wird sie gut reisen.«
Mara setzte sich. Die Frau mit der gebrochenen Platte war nicht im Raum. Ihre Stütze hatte einen anderen Platz erhalten; daneben standen zwei Gefäße und ein Sitz. Jemand hatte den Weg frei gemacht, damit sie die nächste Mahlzeit dort essen konnte. Das Haus hatte in der Nacht weitergearbeitet. Mara hatte geschlafen. Beides war nötig gewesen, doch es fühlte sich nicht gleich viel wert an.
Sie ließ sich die Anschlusszeiten zeigen. Abfahrt 08:30 Uhr, Ankunft 17:40 Uhr. Neun Stunden zehn Minuten, die sich auch durch erneutes Lesen nicht verkürzten. Die Prüfung von Personen, Gerät und Rückdeckung war vollständig. Enna verabschiedete sich mit einer Berührung am Arm der Archivarin. Mara bedankte sich für das Essen und dafür, dass sie sie hatte schlafen lassen.
Auf der Reise versuchte sie, einen Bericht für Senn zu schreiben. Sie begann mit der