Kapitel 25 – Bleiben ohne Behalten
Die Nachricht zur Betreuung kam, als Mara den Fahrradschlüssel nahm. Zwölf Nächte. Eine Bereitschaftsfamilie war gefunden; der Platz sollte nach der Anhörung bestätigt werden. Mara las die Angaben zu den Besuchen und dem Telefon, dann die Zahl noch einmal. Sie hatte in den letzten Tagen größere Zahlen gesehen. Keine hatte ein so genaues Geräusch: zwölfmal die Wohnungstür schließen, ohne dass Linn darin war.
Enna stand auf. »Ich komme mit, wenn Sie beide das möchten.«
Mara rief Linn an und fragte nur, ob Enna mitkommen dürfe. Linn stimmte Ennas Besuch zu. Für die Fahrt bestellten sie einen Wagen; Mara ließ das Fahrrad stehen. Um 16:31 Uhr fuhren sie los, elf Minuten später hielt der Wagen vor der alten Bäckerei.
Linn öffnete selbst. Sie betrachtete Ennas Bänder und trat zur Seite. Im Flur hing ihre Jacke an einem Haken, der noch aus Saskias Wohnung stammte. Mara hatte ihn zu hoch angebracht und danach tiefer gesetzt. Die ersten beiden Löcher waren noch zu sehen.
Sie setzten sich in die Küche. Enna prüfte den Stuhl und blieb neben ihm stehen. Linn schob ihr ein Glas hin, ohne Wasser einzuschenken.
»Ich weiß nicht, wie viel du willst.«
»Das kann ich dir sagen«, sagte Enna.
Mara legte die Betreuungsplanung auf den Tisch.
»Wenn ich morgen meine Erklärung zurücknehme, wird das Gericht meine Stellung neu prüfen. Für diese Zeit ist ein anderer Platz für dich geplant.