Unseres lieben Herrgotts Kostgänger
Es gibt Leute, die säen nicht und ernten nicht, und unser himmlischer Vater nährt sie doch. Ja, er ernährt sie zuweilen besser als solche, die im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot essen. Diese Glücklichen, die behaupten Unglückliche zu sein, trifft man am zahlreichsten unter den Künstlern. Klingelt's da an meiner Türe, und wie ich öffne, steht ein großer wohlgenährter Kerl mit einer schwarzen Lockenmähne, die seit Monaten kein Kamm durchfurcht, vor mir und fragt, ob ich Doktor Wunderli sei. Da er außer der Lockenmähne auch noch einen eleganten Pelzmantel, eine Diamantenbusennadel und Gummischuhe trug, antwortete ich: »Womit kann ich dienen?« »Pardon, wenn ich störe!« erwiderte der Baumlange, »aber ich habe soviel Gutes von Ihnen und den Kindern Ihrer Muse gehört, daß es mich mit Polypenarmen herzog, Ihre werte Bekanntschaft zu machen.« Nach dieser schmeichelhaften Phrase drängte er mich förmlich in mein Zimmer und folgte mir nach. Ich bedeutete ihm, sich zu setzen, was er übrigens schon vor meiner Einladung hierzu getan hatte, und erwartete nun den Zweck seines Besuches zu erfahren. Langsam öffnete er statt dessen seinen Pelzrock und zog ein mit Perlen gesticktes Zigarrenetui hervor. »Sie rauchen doch?« fragte er, indem er mir eine Riesenbauchbandzigarre offerierte. »Kraut für Kenner, lieber Doktor. Geschenk Sr. Hoheit des Fürsten Knuffkniffsky, Vorsitzender der