Der-Einzige-Sekundant
Eine förmliche Forderung verlangte einen Sekundanten — einen Zeugen von Ansehen, der schwor, das Duell sei lauter. Am dritten Tag hatte jeder Name auf den Listen der Gilde Itzel abgewiesen. Schande, so zeigte sich, war ansteckend, und niemand wollte sich an einem Grabesrand damit anstecken.
Die letzte Tür, an die sie je klopfen würde, fand sie durch Zufall, im Regen, vor einer Weinschenke, die sie seit vier Jahren mied. Der Mann darinnen sah sie durch das Glas und lachte — ein helles, gehässiges, vertrautes Lachen — und trat unter das Vordach, um ihr Elend aus der Nähe zu genießen.
Donatien Roche. Der Mann, den sie verschont hatte. Der Mann, dessen Leben an ihrer Klingenspitze beide Laufbahnen beendet hatte, denn ein Duell ohne Tod war ein Skandal, der auf jeden spritzte, der ihn berührte.
„Die große Vargas", sagte er, „bettelt in der Gosse um Sekundanten. Ich hatte es gehört, doch ich musste es sehen." Dann sah er sie richtig an — die Klinge an ihrer Hüfte, das Neumond-Datum, das er offenkundig bereits kannte — und das Lachen erlosch in ihm wie eine ausgeblasene Kerze. „Aurelle. Du antwortest Aurelle. Für den *Namen* einer Fremden." Er schüttelte langsam den Kopf. „Du hast dich kein bisschen geändert. Wirfst noch immer dein Leben fort, einem Grundsatz zuliebe."
„Ich bin nicht zu dir gekommen", sagte Itzel. „Mir gingen die Türen aus. Du standest zufällig hinter der