Chapter

Eine-Meisterin-Der-Kaufmannssoehne

Itzel Vargas war einst die beste Klinge der Stadt Sallowmere gewesen, und nun brachte sie den feisten Söhnen von Tuchhändlern bei, sich nicht selbst in den Fuß zu stechen. Der Fechtsaal roch nach Kreide und nach dem Schweiß Halbwüchsiger. Sie stand mit verschränkten Armen, während der junge Perrin gegen den Pfahl ausfiel wie ein Mann, der nach einer Wespe schlägt, und sie verbesserte ihn nicht, denn Verbesserung kostete extra, und sein Vater hatte nur das Zusehen bezahlt. Das war es, was das Duell vor vier Jahren ihr gelassen hatte: nicht den Tod, der der Einsatz gewesen war, sondern Schlimmeres — Schande, ihren Namen aus den Listen der Gilde gestrichen, ihren Ruf den Klatschmäulern überlassen wie eine Münze einem Bettler. Sie hatte den Mann verschont, gegen den sie focht. Die Stadt hatte es ihr nie verziehen. In Sallowmere war eine Meisterin, die nicht töten wollte, eine Meisterin, die nicht töten konnte, und eine Meisterin, die nicht konnte, war nichts. Also sah sie Perrin herumfuchteln und zählte die Stunden, bis sie die Läden schließen durfte. Das Mädchen kam beim letzten Glockenschlag herein, atemlos, die Kapuze zurückgeworfen, nicht älter als die Kaufmannssöhne und doppelt so ernst. Sie fragte nicht, ob dies der Saal der Itzel Vargas sei. Sie sagte es wie eine Anklage. „Sie sagten mir, Ihr wärt am Ende", sagte sie. „Ich bin trotzdem gekommen, weil alle anderen Angst

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