wieder hatte sie sich zwingen müssen, weiterzulaufen.
Sie war sich sicher, dass man sie verfolgen würde. Dennoch war sie erschrocken, als sie am späten Vormittag in der Ferne die drei roten Punkte am Himmel ausgemacht hatte. Die Augen der Drachen waren mindestens so gut wie ihre, aber vielleicht hatte sie Glück und die roten, gelben und weißen Blüten würden sie eine Zeitlang vor der Entdeckung verbergen, da ihre Farben damit vielleicht verschwimmen würden.
Sie rannte weiter, und am Nachmittag musste sie sich eingestehen, dass die Wächter sie wohl entdeckt hatten. Zu zielstrebig hielten sie ihren Kurs. Sie kamen näher und näher. Als das Wäldchen vor ihr auftauchte, mobilisierte Rosa ihre letzten Kräfte und schaffte es gerade so unter die ersten Bäume, ehe die Drachen in Reichweite kamen. Sie spürte noch den Luftzug der Flügel des Anführers, als dieser nach ihr greifen wollte, aber da war sie schon unter den niedrigen Ästen verschwunden. Die Drachen waren zu groß, um ihr zu folgen, anscheinend aber auch zu klein und unerfahren, um einfach durch die Bäume zu brechen, wie es einer der großen Wachdrachen oder gar der König getan hätte.
Rosa lief weiter, bis sie einen Bach erreichte, der glucksend seinen Pfad durch den Wald nahm. Sie fand eine kleine Lichtung, auf der sie es sich bequem machte; endlich konnte sie sich ausruhen. Während sie immer mal wieder an dem köstlichen Gras zupfte und ab und an einen Schluck des süßen Wassers nahm, beobachtete sie durch die Wipfel der Bäume, die ihr einen Blick nach oben erlaubten, sie aber gut genug vor den Augen der Drachen verbargen, wie diese ihre Kreise über dem Wäldchen drehten, schließlich aufgaben und davonflogen. Müde legte Rosa sich auf die Seite. Sie würde ein wenig schlafen und dann, wenn der Mond aufgegangen sein würde,