1. Wekhrlin. Eine Urne auf ein Grab
Die Schwärmer aller Religionssekten feiern Feste zu Ehren der Märtyrer, die für ihren Glauben bluteten. Sollte nicht die Menschheit auch zuweilen sich an diejenigen ihrer Brüder erinnern, welche Opfer der laut gepredigten Wahrheit wurden? Geboren werden, vegetieren, sich zu einem derjenigen Räder emporschwingen, welche mit großem Lärm umlaufen, um – einen Pfropf aus einer Flasche zu ziehen, ein Weib nehmen und dann sterben, ohne viel mehr getan zu haben, als das Pferd, welches, von Peitschenschlägen des Treibers gezwungen, einen stolzen, bebänderten Taugenichts zum l'Hombretisch und vom l'Hombretisch zur Mätresse zieht – dies ist der Lebenslauf des größten Teils der Menschen! Laßt uns doch auch zuweilen an die denken, welche für uns gestritten haben, damit wir jetzt unsern Kohl in Friede einernten können. – Sollten sie nicht wenigstens eine dankbare Zurückerinnerung verdienen? Oh, das Los des Mannes, der für die Menschheit zu kämpfen, gegen ihre Unterdrücker aufzutreten wagt, ist wahrlich nicht so lockend! Er steht da wie eine einzelne Eiche, an der jeder Sturmwind seine, Kräfte versucht! Jede seiner Schwächen wird ausgespäht, jeder menschliche Fehler ist an ihm ein Verbrechen, das der hämische Neid entstellt und vergrößert, im häßlichsten Gesichtspunkt zur Schau auszustellen Sucht. Ruht er, so nennt man ihn träge, arbeitet er, so schimpft man über seine Tollkühnheit, winzige