Chapter

1. Erstes bis viertes Bänden.

An den Herrn Petrus Barlow, Professor der Philosophie an der Universität Cambridge. Ashbourn, bei Nottingham, 5. April 1754. Werthester Collega! Lassen Sie mich Ihnen diesen freundschaftlichen Titel eines Collega geben, geliebter Petrus, denn meiner Ansicht nach gebührt Ihnen dieser Titel, obgleich Sie ein gelehrter Doktor der Philosophie sind, während ich nur ein einfacher Dorfpfarrer bin. Sie haben die Sorge für die Leiber, wie ich die Sorge für die Seelen habe; ich bereite zum Sterben vor, Sie aber bereiten zum Leben vor, und Gott allein weiß, wer von uns Beiden die heiligere Sendung erfüllt. Es begegnet mir allerdings zuweilen, mein lieber (Collega, daß ich genöthigt bin, zu verbessern, was Sie gethan haben. Ihre unglückliche Philosophie. neigt sich immer ein wenig auf die heidnische Seite, und ich bin oft berufen, anzuerkennen, daß, obgleich die Ilias und die Bibel, der Phädon und das Evangelium sehr schöne und besonders sehr beredte Dinge sind, die Ilias und die Bibel sich zuweilen widersprechen; der Phädon und das Evangelium stimmen nicht immer mit einander Überein. Und Sie begreifen, mein lieber Petrus, wenn solche Oppositionen hervortreten in meiner Gegenwart, so vermöchte ich nicht zuzugeben, der Phädon oder die Ilias haben Recht. Aber, wie Sie mir in Ihrem letzten Briefe sagten, trotz der Dissidenzen zwischen den Autoren, die wir erläutern, und den Dingen, die wir

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