Peterl
Warum liebte man ihn nicht mehr – warum liebte ihn gar Niemand – aber Niemand auf der weiten Welt mehr? Er schüttelte seinen kleinen Kopf und die unverhältnißmäßig großen Ohren, die daran waren, nachdenklich. Immer und immer wieder drehte er die Frage in seinem Gehirn herum und konnte keine Antwort darauf finden. Wenn er überhaupt nie geliebt worden wäre, so hätten ihn seine Entbehrungen nach der Richtung hin nicht viel beschäftigt; aber er war der verwöhnteste kleine Hund gewesen in ganz Böhmen – und darum konnte er sich in seinen verstoßenen Zustand nicht hinein finden. Warum liebte man ihn nicht mehr? – Er war ein schmutziger, schlecht gehaltener, struppiger weißer Spitz und lag mißmuthig blinzelnd, an einen Pflock gebunden, vor einem verfallenen Hundehaus, neben ihm ein drahtumflochtenes Thonschüsselchen mit schmutzigem Wasser, rings um ihn herum ein Gemüsegarten, der sich zwischen zwei mit Brettern abgesteckten Bauplätzen in einer ärmlichen und übelriechenden Vorstadt ausdehnte. Zwei Gärtnerburschen wanderten mit roth angestrichenen Gießkannen zwischen den Kohlrübenund Gurkenbeeten herum, thaten, was sie konnten, um den Garten vor dem Verdursten zu bewahren, und brachten es nicht zu Stande. Ehe sie zu dem Bottich gelangten, aus dem sie die Kannen füllten, mußten sie an Peterl vorbei. Mißmuthig von der Hitze, versäumten sie es nie, ihm bei dieser Gelegenheit einen Fußtritt