Der-Neue-Brunnenbauer
In Edderton glaubte man nicht an Magie, und damit lag man fast richtig.
Es war ein flaches, redliches Dorf, drei Gassen und eine Mühle und eine Kirche mit schiefem Turm, die Art Ort, an dem das Wunderbarste, was in einem Jahr geschah, Zwillinge waren, oder ein Komet, oder ein Fremder. Tomas war der Fremde. Er war im Frühling gekommen, einen Spaten über der Schulter und mit einer Art, Wasser zu finden, die das Dorf einem guten Auge und einem glücklichen Daumen zuschrieb, und binnen eines Monats hatte er dem trockenen Ende der Gasse einen Brunnen gegeben, der süß und kalt lief, und damit hatte sich's. Sie mochten ihn ganz gern. Sie fragten nicht, wo er das Handwerk gelernt hatte, und er sagte es ihnen nicht, denn die Wahrheit war nichts, was man an einem Ort wie Edderton laut aussprach.
Die Wahrheit war, dass Tomas den Boden hören konnte.
Es war keine Stimme. Es war nie eine Stimme gewesen. Es war eher wie die Art, in der ein kalter Raum sich an ein Feuer erinnert, nachdem das Feuer aus ist — eine schwache verhaltene Wärme, ein Druck auf das innere Ohr, der Unterschied zwischen einem Feld, auf dem nur je Gerste gewachsen war, und einem Feld, auf dem etwas geschehen war. Altes Graben hinterließ einen Geschmack wie Eisen. Alte Wurzeln summten tief und geduldig. Und Wasser, tiefes Wasser, sang; das war die ganze Gabe, dass die nassen Stellen unter der Welt einen Ton hatten, und