Der-Fluss-Auf-Den-Keine-Karte-Sich-Einigt
Yara hatte siebzehn Karten des Flusses gesammelt, und keine zwei stimmten überein.
Manche zeichneten ihn als Nebenarm, der einen Tagesmarsch nördlich in den Sümpfen starb. Manche zeigten ihn nach Osten biegen, in ein Land, das kein Vermesser je benannt hatte. Die älteste, ein handkolorierter Bogen, den sie einem Mann abgekauft hatte, der nicht sagen wollte, woher er ihn hatte, zeichnete den Fluss zu sich selbst zurückgekrümmt wie eine Frage, und an der Stelle, wo er sich wendete, stand ein einziges Wort in einer Schrift, an der sie elf Jahre lang in Bibliotheken dreier Kontinente gescheitert war. Sie war viertausend Meilen gereist, um es stattdessen in der Welt zu lesen.
Sie war Linguistin, keine Forschungsreisende, und das sagte sie den Trägern jeden Morgen, bis sie aufhörten zuzuhören. Ihre Arbeit galt den toten Sprachen — Zungen, die ihren letzten Sprecher überlebt hatten, die nur als Zeichen im Ton fortlebten, als Lehnwörter, gestrandet in lebendiger Rede wie Muscheln weit oben am Strand. Das Wort auf der alten Karte gehörte zu einer von ihnen. Es hatte keinen lebenden Mund. Es war, nach jeder Autorität, die sie achtete, ausgestorben.
Sie hatte also nichts damit zu schaffen, es gesprochen zu hören.
Es kam am neunten Tag, als das Kanu aus der Schlucht glitt und das Tal sich öffnete wie ein lange angehaltener Atem, den man fahren lässt — Grün, das sich in Grün faltete,