Vorwort und Grundlagen
Meine geliebte Tochter! Der letzte Wagen mit den letzten Hochzeitsgästen rollt davon. Das Mädchen löscht die Lampen und Lichter aus, und ich bin allein in der Wohnung, die ich sonst mit Dir teilte. Du bist nun schon mit Deinem lieben Mann in Dresden und wirst morgen in der sächsischen Schweiz weilen und beide werdet Ihr die Wonne und Seligkeit zweier Liebenden kennen und empfinden lernen. Aber nach der Zeit des wolkenlosen Sonnenscheins und des mühelosen Genusses, kommt das Leben zwar mit seinem Glück und seinen Hoffnungen, aber auch mit seinen Pflichten und seinen Arbeitsanforderungen und gerade als Frau sind diese gar nicht leicht, denn, wenn der Mann vom Tagewerk mittags oder abends müde und abgespannt nach Hause kommt, da gilt es ihm ein freundliches Gesicht zu zeigen und ein gemütliches Heim zu bereiten. Nicht am wenigsten können wir Frauen das dadurch erreichen, daß wir billig wirtschaften und gut kochen, denn, wenn es schon nicht ganz unrichtig ist, daß die Liebe des Mannes zur Frau durch den Magen führt, so ist es ganz gewiß sicher, daß wir mit nichts unsere Männer mehr verstimmen, als wenn wir für die Wirtschaft übermäßig Geld ausgeben. Denn, mein liebes Kind, wenn man auch im Leben vorwärts kommt, so viel hat niemand, daß er nicht am Unnötigen sparen könnte und nicht mit dem Verdienten, sondern mit dem Ersparten bringt man es zu etwas. Alle diese Gedanken hatte ich