Chapter

Riobamba

Doch was nun? Sie ist in Riobamba, kennt aber nicht die Adresse und weiß nicht einmal den Namen des Mädchens! Doch dann hat sie eine Eingebung: Sie setzt sich direkt an die Kirche. ALLE gehen in diesem Land, in dieser Gegend, in diesen Zeiten in die Kirche! Und tatsächlich: Nach einigem Warten springt ihr Herz vor Freude und Erregung: Sie sieht ein Mädchen - und es IST das Mädchen - auf dem Weg zur Kirche - mit den Eltern - und WAS für Eltern! Sie hören von dem schlimmen Schicksal der kleinen Indiana, nehmen sie mit nach Hause - und schließlich sogar in ihre Familie auf. Was für ein Wunder! Oder war es doch mehr? Auch in ihrer allergrößten Not hat sie immer ihre kleine Jesus-Figur bei sich getragen und zu ihr gebetet - und so wird es bleiben, bis an ihr Lebensende. Sie versteht sich gut mit dem Mädchen, sie sind fast wie Schwestern. Auch geht sie jetzt wieder in die Schule und hat ein - fast - normales Familienleben, nur ohne ihre eigene Familie. Und langsam beginnt sie, diese doch zu vermissen. Es muss irgendwann anders gewesen sein mit ihrer Mama - vielleicht als diese selbst noch nicht so schwer um das Überleben kämpfen musste. Dann ist es vorbei: Ihre Ersatz-Familie

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