trotzdem weiter in die Schule gehen, aber dann kommt die Maisernte - alle Kinder werden jetzt gebraucht, die Schule muss warten. Und die Esel müssen auch versorgt werden - Großmutter und Großvater sind zu alt dafür, das ist Arbeit für Kinder. "Oma Yoli, warst du immer mit den Indianern im Maisfeld?", fragt Emi am nächsten Tag. "Oh nein. Ich war kaum älter als du jetzt, da durfte ich endlich bei meiner Mama leben, in einem größeren Ort, und meine vier Geschwister waren auch dort." "Geschwister? Du hast es gut, ich möchte auch viele Geschwister, dann hätte ich immer jemanden zum Spielen!" Spielen? Bitterkeit steigt in ihr auf. Die Geschwister können nicht miteinander spielen, und Spielzeug haben sie auch keines - nur Maiskolben und schmutzigen Sand. Schon bevor der Schulunterricht (jetzt in der größeren Stadt) beginnt, muss sie frisch gebackenes Brot zu Mamas Kunden nach Hause bringen - und stielt manchmal ein Stück von dem warmen Brot, gegen den ständigen Hunger. Mama hat jetzt eine Art Kiosk, mit kleiner Backstube - alt und marode, wie alles, mit dem sie bisher leben mussten. Nach der Schule müssen sie und ihre ältere Schwester im Kiosk helfen, sauber machen und auf das Baby aufpassen (Mamas fünftes Kind vom fünften Vater - anders hätte sie nicht überlebt). "Und wie war das jetzt mit dem Schwimmengehen? War da ein Meer oder ein Fluss? Und gab es da Krokodile?" "Später Emilein, ich muss jetzt nach Hause." Sie sitzt im Auto - und kann nicht losfahren. Sie sieht den kleinen Fluss, wunderschön und unberührt. In einer Biegung ein kleiner Sandstrand. Dort steht sie - allein und traurig. Mama hat jetzt eine kleine Pension, und sie muss die Bettwäsche waschen, im Fluss, mit den Händen. Und auch die Hosen von Mamas neuem schrecklichen Freund, der immer nur schimpft mit

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