Chapter

Ii Buecher Rollen Pergamente

# II. Bücher, Rollen, Pergamente Ich komme aus einem Land, in dem die meisten Kinder lesen können und Bücher nichts Besonderes sind; wer mag, kann sie in Buchhandlungen kaufen, in Leihbüchereien und Gemeindebibliotheken ausleihen. Eine Bibliothek sollte mich also nicht überraschen können. Doch die Bibliothek von Hadramaut beeindruckte mich sehr – nicht so sehr wegen ihrer Größe, sondern wegen der Vielfalt unterschiedlicher Schriften. Mich hat schon immer die Bibliotheca Augusta in Wolfenbüttel fasziniert: wegen ihrer Größe und der Zahl der aufbewahrten Werke, vor allem aber wegen der Gleichartigkeit der Zehntausende Inkunabeln, wie man die im 15. und 16. Jahrhundert entstandenen Wiegedrucke auch nennt. Herzog August von Braunschweig-Lüneburg hatte seine über 100.000 Bücher im 17. Jahrhundert alle in weißes Pergament binden lassen; die Meter um Meter neben- und übereinander stehenden gleich aussehenden Bände in vielen Regalen in der Bibliotheksrotunde empfinde ich als sehr beeindruckend. Der Saal, in dem Liselotte und ich nun standen, war nicht so groß, die Regale nicht so hoch, die Bücher darin nicht so zahlreich, aber sie waren alle unterschiedlich in Farbe, Dicke und Material der Buchrücken. Drei der vier Wände waren mit Regalen voller Bücher bis zur Decke bedeckt, im Regal an der dem Eingang gegenüber liegenden Wand lagen zahlreiche Schriftrollen. Durch die Tür in der

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