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Gottfried Keller und die Schwaben

Als sich vor vierzig Jahren am 19. Juli die Züricher Freunde und Verehrer Gottfried Kellers mit dem Dichter zur festlichen Begehung seines sechzigsten Geburtstages in der »Meise« zusammenfanden, da stand die Feier unter dem Zeichen froher, ungebundener Laune und echt Kellerschen Geistes. Es gab, wie Bächtold berichtet, zuerst ein leckeres Festessen, unter anderem Suppe von Schildkrot à la Kammacher, Rebhühnerpastete à la Strapinsky, Rehkeule à la Frau Zendelwald, Erdbeertörtchen (da die Himbeeren noch nicht reif waren) à la Madame Litumlei. »Der kleine Wald von Gläsern, aus welchem der Champagnerkelch wie eine Pappel emporragte«, fehlte auch nicht. Die Flaschenetiketten waren mit Kellerschen Liederstrophen bedruckt. Man hatte ausgemacht, alles Wortgepränge und feierliche Wesen zu vermeiden, so hielt nur der Älteste der Tafelrunde eine kurze Ansprache. Ein anderer der Festgenossen sang das »Jugendgedenken« in der Vertonung von Baumgartner: »Ich will spiegeln mich in jenen Tagen, Die wie Lindenwipfelwehn entflohn.« Ein Freund Kellers sprach ein Gedicht, dann klingelte der Gefeierte ans Glas und »wand in einem originellen Dankspruch jedem der Reihe nach ein Sträußchen mit und ohne Dornen«. Seither wurde nie mehr ein Geburtstag Kellers so frohgemut und so ganz im Sinn des Dichters gefeiert. Auf den siebzigsten, der ihm die reichsten Ehrungen brachte, warf schon das nahende Ende

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