Eine Landbesitzerin Die Nein Sagte
Frau Hesselbach besitzt einen Kilometer Mulch. Nicht den Fluss selbst — Fließgewässer zweiter Ordnung sind in Sachsen-Anhalt Eigentum des Landes — aber die Uferparzellen auf beiden Seiten, die Weiden dahinter, ein Wäldchen mit einer durchgetretenen Pfadverbindung zur alten Hofstelle ihrer Familie, und die rechtliche Befugnis, Dritten das Betreten zu verwehren. Sie nutzt diese Befugnis seit 2020 gegen uns. Davor hatte sie sie nicht genutzt. Davor war der Vorbesitzer ihr Vater, der bei einem Schlaganfall 2019 gestorben ist und der uns, jeden Frühling, ein Glas Sauerkirsch geschenkt hat, wenn wir vorbeikamen.
Ich schreibe über Frau Hesselbach mit Vorsicht, weil ich ihr Unrecht antun würde, sie in eine Kategorie zu sortieren. *Verhinderungseigentümerin* ist ein Wort, das im Naturschutz zirkuliert; es bezeichnet Grundstückseigentümer, die Maßnahmen durch schlichte Weigerung blockieren. Es ist ein präzises Wort für einen juristischen Sachverhalt. Es ist ein schlechtes Wort für einen Menschen. Frau Hesselbach hat eine Geschichte, und wer einen Menschen verstehen will, muss sich seine Geschichte anhören, auch wenn man sie, nach dem Anhören, für unzureichend hält.
Sie ist zweiundsechzig, war Grundschullehrerin in Möckern, ist seit zwanzig Jahren geschieden. Ihr Bruder hat 1991 die Möbelfabrik ihres Vaters übernommen und 1997 in die Insolvenz gefahren, was die Familie in mehreren