Ein Retreat Im Maerz
Es war Frau Zänger, die mich anrief. Frau Zänger betrieb die Pension im Dorf, ein Haus mit elf Zimmern, einem Frühstücksraum, einer Wetterfahne in Form eines Hahns und einer Eigentümerin, die die elf Zimmer abends laut die Treppe hochzählte, als würde sie Schafe durch ein Tor treiben. Sie rief an einem Mittwoch an, kurz nach acht, und fragte, ob das jetzt „offiziell" sei.
„Was ist offiziell?", fragte ich.
„Das Retreat", sagte Frau Zänger. „Die haben mir letzte Woche alle Zimmer abgebucht. Vierundzwanzig Leute. Zwei Nächte. Am einundzwanzigsten. Kommen die Teekessel aus Frankfurt, oder soll ich sagen, dass wir die Küche zumachen?"
Ich stand in der Küche, hielt ein Hühnerei in der Hand und bemerkte, dass das Ei zu kühl für mein Gefühl war.
„Frau Zänger", sagte ich. „Welches Retreat?"
Es entstand eine sehr kurze Pause, in der ich hörte, wie die Wetterfahne sich hinten am Haus drehte, was man bei Frau Zänger am Telefon manchmal hören konnte, als wäre die Fahne ein drittes Wesen im Gespräch.
„Frau Felder", sagte sie, „das Retreat, bei dem Sie die Leitung haben."
Ich legte das Ei auf den Küchentisch, aus Angst, es zu zerdrücken.
„Ich leite kein Retreat", sagte ich.
„Doch", sagte Frau Zänger, in einem Ton, der mich fast überzeugte. „Ich hab den Flyer."
Sie schickte den Flyer. Der Flyer hatte ein Foto von mir, aufgenommen offenbar von einer meiner Kolleginnen bei der