Wie Man Anstaendig Abtritt
Die Mitgliederversammlung fand am fünfzehnten Juni statt, in dem Saal, den ich nicht angerührt hatte. Ich hatte ihn auch an diesem Tag nicht angerührt, abgesehen davon, dass ich sieben Stühle an einen Tisch gestellt und darauf sieben Tassen verteilt hatte, und einen Kuchen in die Mitte, den Gertrud am Morgen vorbeigebracht hatte, ohne ein Wort, weil Gertrud Wirschinger zu den Menschen gehört, die verstehen, dass an einem Tag, an dem etwas Enden soll, kein Kommentar gebraucht wird, nur ein Kuchen.
Sieben Mitglieder, Nora, Celeste, Marianne Dotzer aus Alzenau, der Buchhändler aus Aschaffenburg, meine Schwester aus Hannover, Gertrud Wirschinger und ich. Nora führte Protokoll. Celeste zählte.
Wir beschlossen die Auflösung des Vereins zum einunddreißigsten Dezember mit sieben zu null Stimmen. Ich eröffnete die Abstimmung, indem ich sagte: „Wer stimmt für die Auflösung?" Sieben Hände gingen hoch. Ich sagte: „Wer stimmt dagegen?" Keine Hand. Ich sagte: „Wer enthält sich?" Keine Hand. Ich sagte: „Dann ist es beschlossen." Nora machte ein Kreuz.
Es dauerte vielleicht drei Minuten, den ganzen Tagesordnungspunkt, inklusive Zählung. Ich hätte gedacht, ich würde weinen. Ich weinte nicht. Ich trank Kaffee. Ich bemerkte, dass Marianne Dotzer meinen Arm berührte, aber sehr kurz, so, dass ich nachträglich nicht sagen könnte, ob es wirklich passiert war.
Nach der Versammlung blieben wir noch
