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Chapter

Eine Sehr Ruhige Anwaeltin

Nora Mielke schrieb mir eine Liste. Sie schrieb sie nicht im Büro, sondern in einem Café in Würzburg, in das ich sie aus der Ferne nicht begleitete, weil ich inzwischen in Kaffeehäusern ein Sicherheitsrisiko war und nicht fahren mochte. Sie schickte mir die Liste als PDF, sechzehn Punkte, in einer Nummerierung, die keine Lücken ließ. So sehen Juristen ihre Gedanken: als Reihenfolgen. Die Punkte waren folgende, ich fasse sie zusammen, weil die einzelnen Formulierungen meine Freude an der Genauigkeit dieser Frau nicht transportieren. Punkt eins: Der Verein wird durch Mitgliederversammlungsbeschluss zum 31. Dezember aufgelöst. Die Versammlung findet im Juni statt. Einladung mit vier Wochen Frist, formell, per Brief an alle sieben Gründungsmitglieder. Punkt zwei: Liquidatorin bin ich. Das bedeutet, dass ich, im rechtlichen Sinn, das Schiff bis zu seiner Versenkung steuere. Liquidatorin wird man nicht, weil man es gerne ist, sondern weil ansonsten einer der vorderen Passagiere Kapitän wird. Punkt drei: Das Vermögen des Vereins wird, gemäß Satzung und Abgabenordnung, einer anderen gemeinnützigen Körperschaft zugewendet, die in derselben Sache tätig ist. Nora schlug vor: der Förderverein der Stadtbibliothek Aschaffenburg und die Stiftung Schule am Ufer in Lohr. Je die Hälfte. Ungefähr neunundvierzigtausend je Empfängerin. Beide waren vorab informiert und hatten zugestimmt. Punkt

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