Steuerliche Folgen
Der Steuerberater, zu dem Nora mich schickte, hatte eine Kanzlei in Lohr am Main, einem Büro im ersten Stock über einer Apotheke und einen Sekretär, der mich mit einem Nicken begrüßte, das ich als herrschaftlich einstufte, bis mir klar wurde, dass er einfach nur schlecht hörte. Er hieß Emil Klause und führte mich in das Büro seines Chefs, das, wie alle Steuerberaterbüros in Deutschland, mehr Holz und mehr Topfpflanzen hatte, als ein Raum mit diesen Maßen vertragen sollte.
Der Steuerberater hieß Ronald Vorthaler und sah aus wie jemand, der seit vierzig Jahren dasselbe Essen zum Mittag zu sich nahm, darunter viel Hartwurst. Er sagte: „Frau Felder. Ich werde Ihnen Zahlen nennen. Bitte erschrecken Sie nicht. Ich habe keine Empfehlung, wie Sie zu fühlen haben."
Das war der beste Satz, den jemand im Amtsbezirk Aschaffenburg-Main-Spessart in diesem Frühjahr zu mir sagen würde. Ich schrieb ihn mir auf.
Die Zahlen waren folgende: Der Verein hatte zum damaligen Zeitpunkt 98.000 Euro auf dem Konto. Davon stammten 54.000 aus laufenden Abos über Substack, die nach der Vereinsgründung auf das Vereinskonto umgeleitet worden waren. 37.000 waren die Einzahlungen aus der ersten Welle, die über meine Privatperson gelaufen waren und die wir, erklärte Herr Vorthaler, *retrospektiv* auf das Vereinskonto gebucht hatten, durch ein Konstrukt, das er *eine saubere Lösung* nannte, obwohl er dabei das