Meine Vermieterin Macht Sich Sorgen
Man muss wissen, dass ich die Gastwirtschaft nicht gemietet habe. Ich habe sie gekauft. Das bleibt auch so. Aber die Frau, der der Nachbarhof gehört, von dem aus ich die Zufahrt zur Wiese benutze, weil der offizielle Weg seit einer Überschwemmung 2021 nicht mehr befahrbar ist, die Frau, mit der ich einen Duldungsvertrag habe, die Frau heißt Gertrud Wirschinger, und sie ist näher dran an der Funktion einer Vermieterin als jede Person, die ich in meinem Leben je hatte. Sie stand am Donnerstag in meiner Küche, hatte die Arme verschränkt und sagte: „Margit, es stehen Leute an der Einfahrt."
Ich ging mit ihr zur Haustür. Es standen drei Leute an der Einfahrt. Eine Frau um die fünfzig in einer teuren Regenjacke, ein junger Mann, der einen Rucksack trug wie jemand, der gerade für immer zu Hause ausgezogen war, und eine weitere Frau, die auf ihrem Telefon herumfuhrwerkte, als müsse sie einen Notarzt rufen.
„Sind Sie die, ähm", sagte die Frau in der Regenjacke, „sind Sie die Mags?"
Das war meine erste Erfahrung mit der Frage, ob ich die Mags sei. Es wurde nicht die letzte.
„Nein", sagte ich.
Die Frau in der Regenjacke lachte eine halbe Sekunde, als sei ich eine Comedienne, und verstand dann, dass ich nicht eine Comedienne war.
„Oh", sagte sie. „Okay. Dann ist das hier nicht der Ort?"
„Welcher Ort?", sagte ich, weil ich bei geübten Gesprächspartnern aus der Erfahrung wusste, dass