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Chapter

Eine Stimme Im Dunkeln

In der vierten Nacht klingelte das Telefon. Es klingelte um eine Minute nach elf. Esme war halb wach, lag auf dem Rücken und hörte Bos kleinem, gleichmäßigem Atem zu. Sie hörte das Klingeln, bevor sie ganz wach war. Ihr Körper wusste es vor ihrem Gehirn. Sie öffnete den Reißverschluss des Zeltes, bevor sie irgendetwas gesagt hatte. „Bo", zischte sie. „Es klingelt." Bo wachte sofort auf. Sie liefen barfuß über die Wiese. Das Gras war nass. Die Telefonzelle — Esme konnte sie sehen, als sie näher kamen — war beleuchtet, nicht von der zerbrochenen Birne in der Zelle, sondern vom Mond und von der kleinen Straßenlaterne sechs Meter weiter. Das Telefon war in der Halterung. Das Telefon klingelte. Sie hob den Hörer ab. Sie sagte sehr vorsichtig: „Hallo?" Es entstand eine Pause. Es war am anderen Ende der Leitung das Geräusch eines alten Menschen, der atmete. Das Atmen war ein wenig schwer. Dann eine Männerstimme, leise, mit walisischem Akzent — älter als die ihrer Großmutter, möglicherweise viel älter. „Megan? Bist du das, Liebes?" Esme hatte mit keinem Namen gerechnet. Sie dachte sehr schnell. Sie sagte sanft: „Ich bin nicht Megan. Ich bin Esme. Ich nehme die Telefonzelle ab. Darf ich fragen, wer anruft?" Die Stimme schwieg lange. Die Stimme sagte: „Ich — es tut mir leid. Ich habe die falsche Nummer. Ich bekomme immer die falsche Nummer. Ich hatte gedacht — egal."

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