Lichter Die Wir Nicht Erklaeren
Es war Matthias, der die Lichter bemerkte, und er bemerkte sie, weil er um zwei Uhr nachts in einem Wartungsgang Deck Elf Außenring lag und auf dem Rücken eine Dichtung prüfte, die seit drei Wochen einen Mikrodruckverlust hatte. Er rief Annika nicht sofort an. Er brauchte vierzig Minuten, um sicherzugehen, was er sah, und weitere zwanzig, um zu akzeptieren, dass er es wirklich sah.
Annika kam ohne Fragen. Sie stieg mit dem Tablett und der kleinen Taschenlampe den schmalen Einstieg hinunter, presste sich durch den Verbindungsschacht und legte sich neben Matthias auf den Rücken. Der Wartungsgang war eine Röhre aus gepresstem Kompositmaterial, siebzig Zentimeter hoch, acht Meter lang, zwischen Deck Elf und Deck Zwölf. Er führte an den Außenkanten der Saatkammern vorbei und diente eigentlich nur der Durchleitung der Klimaleitungen. Es roch nach kühler Erde.
„Dort", sagte Matthias. „Zwischen den Streben."
Annika sah hin. Zwischen zwei Querstreben, in einer der Seitenwände, gab es eine kleine, runde Öffnung, in die Matthias normalerweise die Glasfaser seines Prüfkabels einführte. Die Öffnung war nicht vorgesehen, einen direkten Blick in die angrenzende Kammer zu erlauben. Der Kanal dahinter war gekrümmt, und die Wand der Kammer war doppelt. Aber wenn man den Winkel richtig wählte und das Auge einen Moment ruhte, konnte man durch ein zweites Loch, eine Handbreit weiter innen, in