Ein Privater Name
Bis zum Frühling hatte Mira vier Monate lang an Mihaela gearbeitet.
Sie hatte ihr Notizbuch. Sie hatte eine kleine Liste rumänischer Wörter, die auf etwa zweihundert angewachsen war. Sie schrieb langsame Briefe an ihre Tante in Iaşi — zuerst auf Englisch, dann in stockendem Rumänisch mit Hilfe ihrer Mutter und eines Online-Wörterbuchs. Ihre Tante schrieb jedes Mal in einer Mischung aus beiden Sprachen zurück — freundlich, geduldig, ohne Miras Fehler je zu korrigieren, aber mit den richtigen Wörtern in der Antwort. *Ich habe aus ihrer dreiseitigen Antwort mehr gelernt als aus einem Jahr Französischunterricht*, dachte Mira.
Sie sagte ihren Freundinnen in der Schule nichts. Mira in der Schule blieb Mira. Sie spürte keinen Druck, etwas anzukündigen. Das Mihaela-Projekt war ein privates. Es gehörte zu einem anderen Zimmer in ihrem eigenen Leben.
Aber kleine Dinge verschoben sich. Mira in der Schule trug — jeden Tag — ein kleines, dünnes goldenes Kreuz, das sie von ihrer Großmutter geerbt hatte. Ihre Großmutter war nicht besonders fromm gewesen, hatte es aber ihr ganzes Leben lang getragen. Mira trug es jetzt unter dem Hemd; niemand sah es; das war in Ordnung. Sie wusste, dass es da war. Das Kreuz war ein Mihaela-Gegenstand. Es zu tragen fühlte sich an, als hätte sie eine Hand in der eigenen Tasche, die die Hand ihrer Großmutter hielt.
Im April geschah etwas.
Miras Schule hatte
