Ein Buch In Der Tasche
In den nächsten zwei Jahren arbeitete Karim — direkt — nicht in der Bibliothek mit.
Seine Mutter hielt ihr Versprechen. Sie trat zurück. Die Scheunen-Bibliothek wurde sehr leise von Iris und Herrn Vogel und einer kleinen Handvoll anderer geführt. Die Inspektoren kamen im Mai in die Stadt. Sie durchsuchten das Haus von Karims Mutter. Sie fanden nichts. Der Keller war wieder ein Keller — Karims Mutter hatte eine Werkbank hineingestellt und ein halbfertiges Bücherregal und einen Stapel rechtmäßiger zertifizierter Archiv-Ausdrucke, die sie *zur persönlichen Lektüre* durcharbeitete. Die Inspektoren waren höflich gewesen. Sie waren nach zwanzig Minuten gegangen.
Karims Mutter ging in jenem Jahr nicht viel aus dem Haus. Sie verbrachte viel Zeit in der Küche und trank Tee. Sie begann, Karim das Brotbacken beizubringen. Er lernte es. Sie backten ein Jahr lang jeden Samstag zusammen Brot.
Karim ging im darauffolgenden Herbst auf eine Universität, in einer Stadt weit von seiner Heimatstadt entfernt.
In seinem ersten Monat an der Universität, in einer ruhigen Kneipe mit einem Freund, dem er zu vertrauen begann, beugte sich sein Freund über den Tisch und sagte — leise genug, dass es niemand sonst hören konnte —: *Ich habe ein Buch dabei. Willst du es ausleihen?*
Karim sah seinen Freund an.
Er lächelte.
Er sagte: „Ja. Hast du etwas von Anna Achmatowa? Meine Mutter hat sie mir