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Chapter

Der Schwur Auf Dem Domplatz

Allerheiligen fiel in diesem Jahr auf einen Mittwoch, und das machte den Domplatz voller, nicht leerer. Die Zünfte hatten am Dienstag keine Sitzungen, die Schulen hielten im Dom einen Gedenktag für ihre Stifter, der in die Prozession mündete, und die Bürgerschaft hatte, weil die Herbstmesse zu Ende ging, noch ihren Messtrost auf den Zungen, der sich am ersten Novembertag immer in eine stille, angespannte Festlichkeit verwandelte. Aneli stand auf der Treppe zum Nordtor, wie Margareta es ihr aufgetragen hatte, in einem grauen Reiterock und einem Mantel, den sie für kein Fest genommen hätte, wenn sie das Fest selbst hätte gestalten dürfen. Sie trug die Kette offen, und die Kette war nicht auffällig, es sei denn, man wusste, was man sah. Die Prozession kam die Hauptstraße herauf, nicht schnell, nicht feierlich, wie eine Prozession in Ostenfels nie feierlich war, weil die Stadt aus Handwerkern bestand, die das Gehen nicht verlernten, nur, weil sie eine Kerze in der Hand hielten. Voran der Bischof, still, in einer Weise, die einen, der die Stadtgeschäfte kannte, sofort ahnen ließ, dass der Bischof an diesem Tag weniger segnete, als dass er abwägte. Hinter ihm die vierzehn Kanoniker des Domkapitels, an dritter Stelle Bruder Maginhard, dessen Gang zu schnell war für eine Prozession und zu getragen für einen Botengang. Hinter dem Kapitel die Zünfte, vier Meister an der Spitze jeder

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