Holzvertäfelung eingelassen war: eine einfache Hausmarke, ein Balken über einem halben Rad. Das Siegel hatte es älter gegeben als das Gutshaus, und die Marke war schon auf dem Türpfosten der Burgruine jenseits des Waldes zu finden. Ihre Mutter hatte ihr als Kind erklärt, dass die Marke nicht ihnen gehöre, sondern einer Erinnerung.
Der Knecht holte sie gegen Mittag ein, und sie aßen schweigend an einem Grenzstein, dessen eingeschlagenes Wappen die Jahre mehr abgeschliffen hatten, als gerecht war. Der Stein trug das Siegel der Reichsmark Eichelroden auf der einen Seite und das des Freien Stifts auf der anderen, und dazwischen verlief, zehn Schritte lang, ein drittes Zeichen, das Aneli nicht kannte. Sie betrachtete es, während sie Brot kaute, und musste an den Brief denken. In dem Brief stand, sie solle sich vor dritten Zeichen hüten, ohne dass die Mutter näher erklärt hätte, was damit gemeint sei. Aneli hatte beschlossen, solche Anweisungen erst ernst zu nehmen, wenn sie ihr zweimal begegneten.
Am frühen Nachmittag erreichten sie Wieberingen, und zum ersten Mal an diesem Tag empfing sie etwas, das sich unbestreitbar nach Reich anfühlte. Eine Bürgermiliz war an der Stadtpforte aufgezogen, nicht, weil man einen Feind erwartete, sondern weil in drei Tagen die Herbstmesse eröffnet werden würde und die Wachenordnung in Wieberingen einen Dienst am Tor vorschrieb, den man nicht ohne Bürgerschaftsbeschluss abkürzen konnte. Ein Schreiber trug ihren Namen in ein Buch ein, fragte nach ihrem Stand, zögerte kurz, als sie Halden sagte, und schrieb dann die Abkürzung Grenzmk. i. O. in die dafür vorgesehene Spalte, was, wie sie wusste, in Ordnung hieß und kein Urteil, sondern eine Registrierung war.
In der Herberge zum Eisernen Kranich sprach man bereits über die Wahl. Aneli hörte zu,
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