Erstes Kapitel. Die Serenade
Die Serenade. Um vom Louvre nach Hause zu kommen, hatte Chicot keinen weiten Weg zu gehen. Er stieg an dem steilen Ufer hinab und fing an über den Fluß mit einem kleinen Schiffe zu fahren, das er selbst lenkte und von der Rive de Nesle an den verlassenen Quai des Louvre gebracht hatte. »Es ist seltsam,« sagte er zu sich selbst, indem er ruderte, und während er ruderte, nach den Fenstern des Pallastes schaute, von denen ein einziges das des Königs trotz der vorgerückten Nacht erleuchtet bliebe »es ist seltsam, nach vielen Jahren ist Heinrich immer noch derselbe, die Einen sind groß geworden. Andere haben sich erniedrigt und wieder Andere sind gestorben, er hat ein paar Falten im Gesicht und im Herzen bekommen und mehr nicht, es ist immer derselbe schwache und erhabene phantastische und Politische Geist; es ist ewig diese selbstsüchtige Seele, welche stets mehr verlangt, als man ihr geben kann, —- die Freundschaft bei der Gleichgültigkeit, die Liebe bei der Freundschaft, die Ergebenheit bei der Liebe —- und ein unglücklicher König, ein armer König, traurig bei Alledem mehr als ein Mensch seines Reiches. Ich glaube, ich habe dieses seltsame Mischung von Ueppigkeit und von Reue, von Gottlosigkeit und Aberglauben ergründet; wie nur ich allein den Louvre kenne, durch dessen Gemächer so viele Günstlinge gezogen sind, um in das Grab- die Verbannung oder in die Vergessenheit zu gehen;