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Chapter

Die Lange Leise Arbeit

Im nächsten Jahr arbeitete Mara sehr leise. Sie besuchte Helgas Küche etwa einmal im Monat, nie am gleichen Wochentag, nie in etwas, was sie kennzeichnete. Sie las, was Helga ihr gab — Aufsätze über die internationale Definition von Wehrpflicht, eine langsame und sorgfältige Geschichte des Dienstes ihres Landes über achtunddreißig Jahre, drei kurze Romane tschechischer und polnischer Autoren über junge Menschen, die sich gegen die höflichen Zwangsformen ihres eigenen Staates wehrten. Sie schrieb nichts auf. Sie sagte ihren Eltern nichts. Sie sagte Lukas nichts. Sie hütete das Geheimnis, weil das Geheimnis sie sicher hielt. Im Juni, als Lukas zu seinem Sommerurlaub nach Hause kam, beobachtete Mara ihn sehr genau. Er war ein wenig weniger dünn. Er hatte zweimal in dem Besuch Klavier gespielt, beide Male ganz durch. Er hatte einmal beim Abendessen richtig gelacht, auf die alte Weise. Er heilte ein wenig. Der Dienst hatte noch ein Jahr auf ihn. Am letzten Abend seines Urlaubs ging Mara nach dem Abendessen mit ihm im Garten spazieren. Ihre Eltern waren drinnen. „Lukas. Darf ich dich etwas fragen? Ehrlich?" Er sah sie an. „Du darfst mich immer etwas fragen." „Möchtest du — möchtest du den Dienst zu Ende bringen? Oder würdest du, wenn es möglich wäre, jetzt aufhören und nicht zurückgehen?" Er war lange sehr still. Er sagte schließlich: „Mara. Die ehrliche Antwort lautet:

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