Die Uhr
Sie öffneten die Kiste am Küchentisch, im Beisein von Linas Großmutter und mit der Familie, der die Hütte gehörte, am Telefon, die per Video zusah.
In der Kiste, in Stroh gepackt, lag eine Uhr.
Sie war klein. Wunderschön. Aus Messing. Das Zifferblatt war aus Perlmutt, mit winzigen eingelegten Zahlen. Die Zeiger hatten sich seit achtzig Jahren nicht bewegt, aber die Handwerkskunst war — selbst eine Elfjährige konnte das erkennen — außergewöhnlich.
Es lag auch eine Notiz dabei.
Die Notiz war auf einem zusammengefalteten Stück Papier, trocken und klein, in derselben Art Handschrift, die Lina im Dorfregister gesehen hatte.
*An den, der das findet,*
*Das ist das einzige Ding, auf das ich stolz war. Ich habe dreimal versucht, es dem Dorf zu schenken, und wurde abgewiesen, weil ich der schrullige Uhrmacher war. Jetzt bin ich alt und ich glaube, ich werde nicht mehr zu Lebzeiten geachtet werden. Also habe ich die Uhr hierhergelegt. Wer immer sie findet: bitte gebt sie ans Gemeindehaus. Sagt ihnen, sie wurde von Anton Tarvik gemacht. Sagt ihnen, es tut mir leid, dass ich seltsam war. Ich habe in meinem Leben eine gute Sache gemacht, und das ist sie. — A. T.*
Lina las es zweimal. Bo las es einmal. Linas Großmutter musste ein Taschentuch suchen.
Die Familie am Telefon sagte sehr leise: „Wir kommen am Wochenende hoch. Wir bringen sie alle gemeinsam ins Gemeindehaus."
An jenem